Full text : Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878

Y.  Theil.  Statistik  der  Sterbliclikeitsverhiiltnisáe.

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Curve  der  Todesursache:  Lungenschwindsucht.

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Infections-  Entzündliche  Chronische  Langen-Krankheiten.
  Krankheiten.  Krankheiten,  sehwinds.

Allgemeine
Sterblichkeit.

2467,0  28l5,8  3193,5  2501,5  21507,2
;  2469  2815  3194  2502  21516
Die  redlinings-  ;
1,8  -J-  0,8  0,5  0,5  —  8,8
kleiner  (—)  um
Die  Differenzen  sind  verhältnissmäsig  sehr  klein  ;  doch
schien  es  wünschenswert!),  dieselben  ganz  verschwinden  zu
lassen,  was  einfach  dadurch  geschah,  dass  dieselben  proportional
den  Zahlen  der  herausgerechneten  wahrscheinlichen  Sterbefälle
vertheilt  wurden.  Zum  Schluss  wurden  die  für  die  Gruppen
»Infectionskrankheiten  «  ,  »  Endzündliche  Krankheiten«,  »Chronische ­
  Krankheiten«  erlangten  Resultate  für  jede  einzelne  Versicherungsperiode ­
  addirt,  und  von  den  für  die  sämmtlichen
Todesursachen  erlangten  abgezogen,  wodurch  sich  auch  die
wahrscheinlichen  Sterbefälle  der  Gruppe  »  Uebrige  Todesursachen«, ­
  ergaben.
Die  Ergebnisse  der  vorstehend  skizzirten  Rechnungen  sind
in  den  nachfolgenden  Uebersichten  wiedergegeben.  Die  auf
die  allgemeine  Sterblichkeit  bezüglichen  Resultate  sind  auch  in
der  Tabelle  7  des  vorhergehenden  Kapitels  enthalten,  nur  dass
die  Zahlen  der  höheren  Versicherungsperioden  daselbst  so
corrigirt  worden  sind,  dass  sie  den  grösseren  Zahlen  der
Lebenden  unter  Risico,  welche  dort  in  Betracht  gezogen  sind
—  die  dort  benutzten  Zahlen  der  Lebenden  unter  Risico
erstrecken  sich  auch  auf  die  nach  dem  85.  Lebensjahr  Ausgeschiedenen ­
  —  genau  entsprechen.
(Tab.  4  u.  5  siebe  Seite  88.)

In  Tabelle  4  zeigen  die  Chronischen  Krankheiten  und  die
Lungenschwindsucht  einen  ganz  regelmäsigen  und  theilweise
auch  gleichen  Verlauf;  beide  Todesursachen  fangen  mit  etwa
ein  Drittel  des  Durchschnittssatzes  an  und  schliessen  mit  fast
dem  nämlichen  Satze  (114,3  und  114.7).  Während  aber  die
»Lungenschwindsucht«  bereits  nach  Ablauf  der  Periode  4  —  6
den  für  26  und  aufwärts  geltenden  Durchschnittssatz  ziemlich
erreicht  hat,  findet  bei  den  »chronischen  Krankheiten«  ein  anfänglich ­
  mäsigeres,  in  den  höheren  Versicherungsjahren  aber
dann  entsprechend  stärkeres  Steigen  statt,  so  dass  man  gezwungen ­
  ist,  anzunehmen,  dass  bei  der  ärztlichen  Prüfung  die
Disposition  zur  Lungenschwindsucht  oder  das  erste  Stadium
dieser  Krankheit  viel  häufiger  unentdeckt  geblieben  ist,  als  die
Disposition  oder  das  Vorhandensein  anderer  chronischen  Krankheiten. ­

  Die  Infectionskrankheiten  überhaupt  sowie  auch  der
Typhus  allein  zeigen  —  wenn  man  von  einigen  auffallenden
Unregelmäsigkeiten  absieht  —  einen  ganz  entgegengesetzten
Verlauf  wie  die  chronischen  Krankheiten,  indem  sie  nach  einer
kleinen  Depression  im  ersten  Versicherungsjahr,  wo  wegen  der
unmittelbar  passirten  Auswahl  auch  die  acuten  Krankheiten,
welche  nicht  von  einer  ganz  kurzen  Dauer  sind,  etwas  weniger
zur  Geltung  kommen  müssen,  nicht  zu-  sondern  abnehmen,
eine  Erscheinung,  die  sich  durch  die  Annahme  erklären  lässt,
dass  diese  Krankheiten  hauptsächlich  Personen  von  sonst  guter
Gesundheit  befallen,  oder  solche  Personen,  welche  nicht  schon
von  einer  anderen  (chronischen)  Krankheit  ergriffen  sind.  Die
»Entzündlichen  Krankheiten  «  weisen  —  abgesehen  von  den
wiederum  vorhandenen  Unregelmäsigkeiten  —  auf  ein  ziemlich
constantes,  von  der  Versicherungsdauer  also  unabhängiges  Verhältnis ­
  hin.  Bemerkenswerth  ist  es  übrigens,  dass  die  anscheinenden ­
  Unregelmäsigkeiten  (nicht  die  Promillesätze  selbst)
beim  Typhus  mit  denjenigen  der  Entzündlichen  Krankheiten
correspondiren,  was  fast  darauf  hinzudeuten  scheint,  dass  die
betreffenden  Störungen  nicht  ausschliesslich  durch  Zufall  entstanden ­
  sind.
In  Tabelle  5  sind  die  Lungenschwindsucht  und  die  übrigen
chronischen  Krankheiten  einer  nochmaligen,  aber  detaillirten
Untersuchung  unterzogen,  da  es  nach  den  Ergebnissen  des
vorhergehenden  Kapitels  von  besonderem  Interesse  erschien,
den  genaueren  Verlauf  dieser  Todesursachen,  namentlich  in
den  höheren  Versicherungsperioden,  zu  erfahren.  Das  Bild,
welches  uns  diese  Untersuchung  darbietet,  ist  nun  in  der  That
ein  überraschendes!  Bis  nach  Ablauf  der  mit  dem  20.  Jahr
abschliessenden  Versicherungsperiode  nehmen  die  Sterblichkeitsverhältnisse ­
  der  bezüglichen  Ursachen  einen  ganz  ähnlichen
Verlauf  wie  in  Tabelle  4,  von  da  ab  tritt  eine,  bei  der  Lungenschwindsucht ­
  etwa  bis  zum  31.,  bei  den  übrigen  chronischen
Krankheiten  etwa  bis  zum  36.  Lebensjahr  andauernde  Depression
ein,  und  vom  31.  resp.  36.  Jahre  ab,  wendet  sich  die  Curve
wiederum  und  zwar  sehr  rapid  aufwärts.  Die  ersten  zwei
Phasen  entsprechen  sehr  gut  dem  Verlauf  der  allgemeinen
Sterblichkeit,  sowie  den  Hypothesen,  welche  zur  Erklärung
desselben  bisher  aufgestellt  worden  sind  ;  dagegen  fehlt  lür  die
in  den  höchsten  Jahren  wieder  eintretende  beträchtliche  Steigerung ­
  einstweilen  jede  Erklärung,  wenn  man  nicht  gerade  annehmen ­
  will,  dass  sie  dem  Zufall  allein  zuzuschreiben  ist.
Letzteres  hat  aber  gegenüber  dem  Umstande,  dass  die  Steigerung ­
  sowohl  bei  der  speciell  herausgegriffenen  Lungenschwind-
            
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