Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

21 
.. 2. Kapitel 
Über ökonomische Werte 
Eine ungeheure Literatur dreht sich um diesen 
begriff. Ihre lfervorbringung, Verteilung, der soge 
nannte Mehrwert, die damit zusammenhängende Ka 
pitalbildung, stehen im Vordergründe fast aller national 
ökonomischen Betrachtungen, und das ganze Schwer 
gewicht der Argumentation wird auf die Güter ge- 
ļegt, die toten werte, die der Mensch hervorbringt. 
Da scheint es an der Zeit, einmal daran zu er 
innern, daß das höchste lvertobjekt unter 
allen Umständen der Mensch selb st ist, der 
leistungsfähige und bedürfnisfähige oder besser noch 
bedürfnisheischende Mensch. 
Das ist schon oft ausgesprochen worden, so in 
Voltaires trefflichen Worten: 
„Der Reichtum eines Staates beruht auf der Zahl 
seiner Einwohner und ihrer Arbeit." „Der Zweck jeder 
vernünftigen Regierung ist: Bevölkerung und Tätig- 
ķeit. „Der beste Staat ist der, welcher die geringste 
Zahl von unnützen Menschen enthält." 
Aber unter dem Wust nationalökonomischer Detail, 
Forschung wird diese Wahrheit immer wieder vergessen, 
und es hat nahezu ein Jahrhundert lang eine Lehre 
bie Nationalökonomie beherrschen können, die die Er 
zeugnisse der Menschen höher bewertete als ihn selbst, 
bie schon erwähnte Lehre des Malthus. 
Zwar in vielfach entstellter Form verbreitet, ist 
ber Niederschlag aus dieser Lehre in der öffentlichen 
Üleinung doch der gewesen, daß man, wo immer sich
	        
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