Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

Arbeitsteilung und Kapitalbildung 
nicht besteht, also eine einfachste Wirtschaftsform, wie 
sie noch in manchen Gegenden Afrikas, den Südsee- 
lnfeln und unter den Indianern Brasiliens vorherrscht, 
und wie sie vor noch nicht 2000 Jahren bei uns be 
standen hat. Die Familie lebt von Iagd, Fischfang 
oder den Früchten des Waldes. hier besteht die Ñr- 
eitsleistung darin, daß der Mensch und seine Bedürf- 
uisse sich finden, d. h. daß entweder der Mensch sich 
Zu den Nahrungsmitteln bewegt, oder diese zu ihm 
rammen. 
Nuf dieser Stufe der Entwickelung spielt die Güter- 
produktion noch kaum eine Nolle, und als Haupt 
moment der Arbeitsleistung tritt in aller Deutlichkeit 
ie Güterverteilung hervor, d. h. die Notwendigkeit, 
aß sich Gebrauchsgegenstände und Nosument 
linden. Und was hier für die einfachste Form gilt, 
Zilt auch für die höchst entwickelte. 
Ñuf einer etwas höheren Stufe, nämlich beim 
ckerbau, tritt der Produktionsprozeß in Erscheinung. 
Der Mensch findet, daß es für ihn unter ge 
wissen Bedingungen leichter ist, die Pflanzen und die 
^ŗe, die ihm die Nahrung liefern, in seiner un 
mittelbaren Nähe künstlich zu züchten, anstatt sie dort zu 
suchen, wo die Natur sie gerade beut. hier ver- 
mnigen sich in einer Person alle Funktionen, die spä- 
auf ungezählte Individuen übergehen. Der eine 
Ņann ist zunächst Denker- ihm liegt die Wahl der 
w^ere und Pflanzen ob, die sich zur Zucht eignen, die 
^ahl des passendsten Landes zu ihrer Hervorbringung 
und die Erkenntnis der besten Nulturmethoden, alsdann 
er arbeiten, denn ohne Arbeit beugt sich die 
Natur nicht seiner Absicht, die Früchte gerade dort 
m genügender Fülle hervorzubringen, wo er sie braucht.
	        
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