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Die Bedeutung des Tausches im Ñrbeits- u. lvertbildungsprozeß
Nlaße mit seiner Zahlungsfähigkeit bergab, wie die
Schwierigkeit steigt, das Verbrauchsfeld der Barren
zu finden. In guten Zeiten ist das nun verhältnismäßig
leicht, aber in einer Krisis nur mit großen wertein-
bußen möglich.
Noch deutlicher tritt die Schwierigkeit hervor bei
Dingen, die dem verderben oder der Mode ausgesetzt
sind. Wenn mir jemand versichert, er habe ein Geschäfts
kapital von 50 000 Mark, denn feine Verbindlichkeiten
beliefen sich nur auf 150000 Mark, dagegen habe er ein
Lager von Damenhüten im werte von 200 000 Mark,
so würde ich dem Manne sehr viel skeptischer gegenüber
stehen, als dem Besitzer des Goldes oder des Rupfers,
lvarum? vielleicht ist er sogar der Reichere. Das kann
sein- aber vom Golde weiß ich, daß sofort jemand
Zur Hand ist, der es nimmt, wenn man es ihm anbietet,
beim Rupfer hat man die Hoffnung, daß man bald
jemand finden wird, aber bei den Damenhüten stellen
sich die Schwierigkeiten des Findens ungleich größer
dar. wenn es den kleinen Röpsen, für die sie be
stimmt sind, einfällt, daß ihnen eine etwas größere
Form etwas besser stehe, so ist die Unmöglichkeit des
Findens und damit die Entwertung da. Und diese Wert
verminderung ist nicht etwa etwas Fingiertes, Eingebil
detes, sondern etwas durchaus Reales, viel Realeres
als wenn z. B. an einem Grundstück 100000 Mark ver
loren werden. Letzteres ist nur für den Betreffenden ein
Derlust, für das Nationalvermögen nicht, denn was
der eine verliert, gewinnt der andere dadurch, daß
er für dieses Stück Land 100000 Mark Rapital weniger
Zu verzinsen hat. In der Entwertung der Damenhüte
aber steckt verlorene ñrbeit, und daher ist der Ver
lust allgemein.