Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

92 
5. Kapitel 
objekte. Denn in dieser von uns gebotenen Güte 
und Form kann das Land selbst sie nicht hervor 
bringen. 
Der Tausch dieser Dinge — Kaffee gegen Fertig 
fabrikate — macht nun beide Länder mit einem Schlage 
reicher, denn nun kommen die Dinge erst dahin, wo 
man sie braucht, der Merterzeugungsprozeß findet sei 
nen Abschluß. 
Daraus geht nun ohne weiteres hervor, daß die 
Einfuhrwerte eines Landes stets höher sein müssen, als 
die Ausfuhrwerte, sofern sich überhaupt ein sicherer Aus 
druck dafür finden läßt, und dennoch haben gerade auf 
diesem Gebiete die merkwürdigsten Anschauungen ge 
herrscht und herrschen zum Teil heute noch. 
Klan übersieht, daß es sich auch im internationalen 
Verkehr immer nur um Tausch handelt, und um nichts 
anderes als Tausch, und daß, wenn ein Land, wie 
Deutschland, im Jahre 1904 für zirka 6 Milliarden 
ein- und für 5 Milliarden ausführte, das einfach 
die Tatsache bedeutet, daß Deutschland für Maren, 
die ihm 5 Milliarden wert waren, andere einge 
tauscht hatte, die es mit 6 Milliarden bewertete. Das 
Land rechnet also den durch seinen Warenaustausch ge 
machten Nutzen ziffermäßig auf 1 Milliarde. 
Der Nachweis, daß diese handelsstatistischen Er 
hebungen in den verschiedenen Ländern nicht gleich 
mäßig stattfinden, und daß dabei viele freiwilligen 
und unfreiwilligen Fehler mit unterlaufen, ändert an 
dem Gesamtresultat nichts. Man mag mit ungeheurem 
Fleiß aus dem unendlichen Zahlenmaterial nachweisen, 
daß hin und wieder Posten in den Ein- und Ausfuhr- 
Ziffern enthalten sind, die nicht hineingehören, ihr
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.