Material im einzelnen einzugehen », da « diese Art von Argu
mentation » an mehrfachen prinzipiellen Gebrechen leide,
welche deren Beweiskraft im ganzen zerstören, selbst wenn
einzelne Behauptungen den Tatsachen entsprechen sollten.
Das «richtige Interpretationsprinzip» sei eben nicht bei
Tezner und den anderen Vertretern der «großösterreichi
schen Schule», sondern bei Apponyi vorhanden. Wenn
es auch schwer fällt, die vorsichtige Mäßigung Apponyis
bei der Benutzung der Quellen derart zu rezipieren, daß
man mit ihm grundsätzlich alles übergeht oder hinweg
interpretiert, was für seine politische Lehrmeinung nicht
verwertbar ist, so ist es umso mehr zu begrüßen, daß man
ihm in einer anderen Beziehung beipflichten kann. In der
Zeitschrift « Magyar Kultüra » 1 tritt er für die Wissenschaft
ein, die heilig sei, und protestiert — vielleicht im Tone
allzu scharf 2 — gegen die mißbräuchliche Anwendung ihrer
Technik auf außerwissenschaftlichem, somit auch auf dem
politischen Gebiet. — Steinacker und Tezner gehören
nach Josef Veszi zu den Hochschullehrern, die der ihrer
geistigen Führung anvertrauten Jugend die Köpfe ver
drehen, ihr kraft der Autorität ihres Lehramtes falsche
Anschauungen beibringen, die sich in den jugendlichen
Seelen festnisten, in der keimenden politischen Gedanken
welt des heranwachsenden Geschlechts sich verankern und
im Wege des beständigen Generationswechsels zum un
heilvollen Erbgut der öffentlichen Meinung Österreichs
werden 3 . Graf Stephan Tisza wieder hat heraus
gefunden 4 daß man diesseits der Leitha bestrebt ist, die
1 Tarsadalmi es tudomanyos szemle [Soziale und wissenschaft
liche Rundschau], Halbmonatsschrift, Jahrg. I [1913], Nr. 15/16.
2 « . .. csalfa jatek s a tudomany valöjänak megtagadisa. »
3 Jung Ungarn, Monatsschrift für Ungarns politische, geistige
und wirtschaftliche Kultur. Herausgeber Josef Veszi, Bd. I, der
der einzige blieb, Berlin 1911, S. 1096.
4 Osztrak mü a 67-iki kiegyezesröl [Ein österreichisches Werk
über den 67-er Ausgleich], in der von Gf. Tisza selbst herausgege
benen Halbmonatsschrift «Magyar Figyelö» [Madjarischer Beob-