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Die Entstehung des wirtschaftlichen Imperialismus.
rungen der Uitlander in Transvaal, die das volle Bürgerrecht nach fünf
jährigem Aufenthalt und namentlich die Wählbarkeit zum Volksraad
sowie ein Viertel aller Sitze im Volksraad in Anspruch nahmen. Im Ver
laufe der Gegensätze kommt es regelmäßig zu Angriffen auf die Person
•oder das Vermögen der wirtschaftlichen Ausbeuter; diese wieder führen
zur bewaffneten Intervention wegen der begangenen Völkerrechtswidrig
keiten und zum Erwerb von Vorrechten, die weit über das Maß einer
Genugtuung und Entschädigung hinausgehen.
Daß sich sogar selbständige Staaten aus der finanziellen Abhängigkeit
infolge des ständigen Anleihebedürfnisses nicht leicht befreien können,
beweisen die Beispiele Japans und Argentiniens; nach dem Weltkriege
dürfte sich eine Abhängigkeit der alliierten und assoziierten Völker vom
Londoner Geldmärkte, aber auch dieses von dem der Vereinigten Staaten
von Amerika und schließlich die Abhängigkeit der Mittelmächte vom
englischen und amerikanischen Markte geltend machen. Damit ist die
Möglichkeit einer Auswertung der Friedensschlüsse von Versailles und
St. Germain für imperialistische Ziele gegeben.
b) Der deutsche Imperialismus.
Anfänge.
Als Vorstufe des wirtschaftlichen Ausdehnungsstrebens Deutsch
lands ist der Übergang zur Hochschutzpolitik mit dem Zoll
tarife von 1879 und insbesondere dem von 1902 zu betrachten. Der Ab
schluß des heimischen Marktes nach außen bewirkt von selbst auch den
Abschluß der fremden Märkte in selbständigen Staaten. Der Absatz aber,
handelspolitisch für das Inland gesichert, greift die fremden Märkte um
so schärfer an. Mit dem Schutze vor dem auswärtigen Wettbewerb
wird es den Kartellen ermöglicht, im Inland einen derart hohen
Preis für ihre Erzeugnisse zu fordern, daß sie im Auslande nur einen
niedrigeren, vielfach unter den üblichen Gewinn, ja selbst unter die
Herstellungskosten herabsinkenden Preis zu berechnen brauchen. Die
„Schleuderkonkurrenz“ (das Dumping der Amerikaner) hat einen Grund
für die Beschwerden der Pariser Wirtschaftskonferenz von 1916 über den
unlauteren Wettbewerb des deutschen Ausfuhrhandels abgegeben.
Dem Ausdehnungsdrange Deutschlands haben in erster Linie
friedliche Mittel gedient. Ihm diente die Ausnutzung des Reichtums
an Naturschätzen (besonders an Kohle und Eisenerzen); die reichen Lager
stätten an Kalisalzen in Sachsen schafften fast eine Monopolstellung in
diesem Handelsartikel. Dazu kam die wissenschaftliche Durchdringung
des Erzeugungsprozesses, der im Thomasprozesse bei der Stahlerzeugung,
in der Teerfarbenindustrie, in der Elektrizitäts- und Stickstoffindustrie
große Erfolge zeitigte (H a r m s, Anteil 29—66). Damit verbanden sich eine