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wenn auch viele Kapitalisten ihn durch die Größe derartiger
Manipulationen übertrafen. Beim Ausbruch des Bürger-
krieges war Kriegsminister der Politiker und Eisenbahn-
spekulant Simon Cameron, der die korrupte Staatsmaschine
von Pennsylvanien beherrschte. Thomas A. Scott war
inzwischen Vizepräsident der Pennsylvania-Eisenbahn —
der Pennsylvania-Zentralbahn, wie sie jetzt heißt — ge-
worden. Er ernannte Andrew Carnegie zu seinem Assi-
stenten,‘ der die Militärtransporte und die "T’elegraphen der
Sstlichen Eisenbahnen und Telegraphenlinien unter sich
hatte.
Die Erpressungen und Betrügereien in den Kontrakten
der Kriegsverwaltung waren ein derartiger Skandal, daß das
Abgeordnetenhaus eine besondere Untersuchungskommis-
zion dafür ernannte. Diese Kommission erbrachte eine
Menge Beweise für ein weites System von Betrug, Be-
stechung und Erpressung im Ankauf und in der Beauf-
sichtigung von Proviant, Zelten, Waffen und Munition,
Kleidern, Decken und anderen Heeresartikeln, wovon vieles
minderwertig, verfälscht oder wertlos befunden wurde.
Hier soll nur auf eine Seite des Kommissionsberichtes ein-
gegangen werden — auf den Teil, der von den ungeheuer-
lichen Anklagen handelt, die man gegen die Eisenbahnen
wegen der Beförderung der Truppen und des Proviants
arhob.
Die Kommission berichtete, unter dem Regime von
Cameron und Scott hätten die Eisenbahnen 33 bis 50 Pro-
zent mehr an Frachtgebühren erpreßt, als sie Privatleuten
berechneten; seit Scotts Ernennung hätten die Profite
der Eisenbahnen sich jährlich verdoppelt oder wären enorm
gestiegen, bei einer einzigen Bahn, der Pennsylvania-
Zentralbahn, seien sie 1862 um ı 350 237 Dollar höher
gewesen als im Jahre zuvor. Bei der Beförderung der Regi-
menter sei die Bestechung der Quartiermeister zugunsten
zewisser Linien durchaus üblich gewesen.
Da gewisse schmeichelnde „Biographien“ bei der Dar-
stellung von Carnegies Tätigkeit als Eisenbahn-Militäragent
während des Bürgerkrieges behaupten (ohne sich um die
Tatsachen zu kümmern), „in dieser Kriegsverwaltung gab