Das baltiidHe Landjchaftsbild ijft eine Hier und da von Hügeln
und Heineren Höhenzügen unterbrodjene Ebhene. Zahlreid) find Die
Seen und Flukläufe. Neben fruchtbaren Ädern, Naturwieflen, Wäldern
und Gehegen fieht man viele Moore von teils fehr beträdtliher Aus-
dehynung; fie nehmen — ungerechnet die zur Heumahd genußgten Moor-
wiejfen — ein Fünftel der gejamten Bodenfläde ein und enthalten
Torflager von fehr großer Maädhtigkeit.
SGeologifdh bilden kambrifche, Jilurifhe und devonijde Wblagerungen
die Unterlage des Gebiets. Mit dem Kambrium am Nordrande CEit-
[lands beginnend, folgen fiH die Schichten in von Nord nad Süd
'mmer jünger werdenden AWblagerungen. Der Kalfjtein, der Sanditein
und der Dolomit der Unterlage find im allgemeinen von AWblagerun-
gen aus der Eiszeit als oberer Bodenkrume bhebedt, die aber im ndrd-
lien Eltland ftelenweije nur dünn ijt; fonjt wird diefe Unterlage
hier und da von Flukläufen durhjHnitten und blokgelegt. Längs der
Nordiüfte Ejtlands, die auf weite Streden teil ins Meer abfällt,
hebt ji der Kalkfels als fogenannter „Glint“ hervor. Stellenweife
geht der Kalk in Marmor über. In der über die Landesgrenzen hin-
aus bekannten Zementfabrit Port Kunda wird der Kalkjtein zu Zement
verarbeitet. Neuerdings it ein befonderes Interejje den OÖljdhiefer-
vorfommen im eftländilhen Kalkftein zugewandt worden. Unlängit
hat Tid eine einheimi[de Genofjen[Haft zu ihrer AWusbeute begründet.
TDurd neuere Unterfudhungen ijt über dieje Olfdhiefer Genaueres
feitgejtellt worden. Man unter[hHeidet erjtens den zum Kambrium ge-
redneten Dikityonema-Schiefer, der am Slint zutage tritt, dejjen
Ausbeute aber faum Iohnend erfheint, und zweitens den unterjilurijdhen
KRuder[hHen Schiefer oder Kuder[it, der im Inneren des Lan-
des, in der Gegend von Kuders angetroffen wird. Na Dr. L. von
zur Mühlken*) ijt er dort „in etwa 50 km Erftredung in zwei (bisher
feftgeftellten) 0,45 und 0,30 Meter mächtigen, durch ein etwa 0,30 Meter
melfendes Kalkfteinmittel getrennten Bänken entwidelt... Das Ge:
itein ftellt feiner Entjtehung nad) einen in fladen Meeresbuchten abge:
jeßten Ialfhaltigen Fauljdwamm dar. Der Hohe Bitumengehalt, d.h.
bie große Menge der in ihm vorhandenen organijden Beftandteile ijt
auf algenähnlide, feetangartige Lebewejen zurüdzuführen. Wiederholt
ausgeführte Analyfen zeigen einen beträchtlihHen, von 14 bis 28%
und mandmal darüber hHinausgehenden Ölgehalt und eine gleichfalls
jehr anfehnlidhe, auf ein Kilogramm Gejtein 0,3 Kubikmeter ausmadende
Gasausbeute. Es liegt Mar auf der Hand, dakß [idH der Kuderfit am
cationelliten für eine gleidzeitige Ol- und Gasgewinnung eignet und
nicht, wie es bisher gefchieht, zu Heizungszweden verwandt werden
*) Yun den baltildHen Blättern.
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