Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Einwirkung der Geldquantität und anderer Faktoren auf die Kaufkraft usw. 127 
genommen wird oder nicht. Wenn der Tauschhandel ebenso bequem wie 
Kauf und Verkauf wäre, würde dieser Einwurf überzeugende Kraft 
haben. Es würde dann keine Veranlassung vorliegen, zwischen Geld als 
dem allgemein annehmbaren Austauschmedium und anderem Eigentum, 
das nicht allgemeine Beliebtheit als Tauschmittel besitzt, einen Unterschied 
zu machen. Wenn alles Eigentum in gleicher W eise annehmbar wäre, würde 
alles Eigentum in gleicher Weise Geld sein, oder wenn es viele Arten von 
Eigentum gäbe, die beinahe ebenso austauschbar wie Geld wären, würde die 
Zuflucht zum Tauschhandel so leicht sein, daß einige der für Geld verkauften 
Güter fast ebensogut für etwas anderes vertauscht werden könnten. Solange 
man aber dem Gebrauch von Geld überhaupt den Vorzug gäbe, würde man 
nur widerstrebend zum Tauschhandel Zuflucht nehmen und ihn nur als 
zeitweiligen Notbehelf benützen. Wir haben dies bei unserem Studium 
der Übergangsperioden kennen gelernt. Unter normalen Bedingungen und 
auf die Dauer kann nur ein ganz unbeträchtlicher Bruchteil des modernen 
Handels durch Tauschhandel erledigt werden. Wir schließen daraus, daß 
eine Änderung der Geldquantität die für Geld verkauften Güterquantitäten 
nicht merklich beeinflußen kann. 
Wenn also eine Verdoppelung der Quantität des Geldes: 1. regelmäßig 
die dem Scheckverkehr unterworfenen Depositen in demselben Verhältnis 
verdoppelt und 2. weder auf die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes oder 
der Depositen, noch auf den Umfang des Handels merklich einwirkt, so muß 
notwendig und mit mathematischer Bestimmtheit das Preisniveau sich 
verdoppeln. Während demnach die Verkehrsgleichung an sich über einen 
Kausalzusammenhang zwischen Geldquantität und Preisniveau ebensowenig 
Auskunft gibt, wie über einen Kausalzusammenhang zwischen zwei be 
liebigen anderen Faktoren, so gibt es dennoch, wenn wir Verhältnisse in 
Betracht ziehen, die völlig außerhalb dieser Gleichung liegen, nämlich die 
Tatsache, daß ein Wechsel in G eine entsprechende Veränderung in G', 
aber keine Veränderung in U, V oder in den Q hervorruft, kein Ent 
rinnen von der Schlußfolgerung mehr, daß eine Änderung in der Quantität 
des Geldes (G) unter normalen Umständen eine proportionale Veränderung 
im Preisniveau (in den p) verursachen muß. 
Einer der Gegner der Quantitätstheorie versucht die Verkehrsgleichung 
in der Formulierung Newcombs damit abzutun, daß er sie für eine bloße 
Binsenwahrheit erklärte. Wenn man will, ist ja die Verkehrsgleichung 
eine bloße Binsenwahrheit, welche auf die Tatsache gegründet ist, daß das 
im ganzen in Einkäufen aufgewandte Geld zusammen mit den Schecks dem 
Werte der damit gekauften Güter gleich ist; da uns aber unabhängig von
	        
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