Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Bald nach der Gründung seines Geschäftes erstand Bachem 
zwei Holzpressen aus der Thiriartschen Druckerei, auf denen 
die Bücher des Verlags hergestellt werden sollten. In dem Ab 
schnitt über die Druckerei wird darauf zurückzukommen sein. 
3. Der Verlag bis zum Tode des Gründers 1822. 
Gleich im ersten Jahre entfaltete der Bachemsche Verlag, 
der auch die Werke der früheren gemeinsamen Firma DuMont- 
Bachem in sich aufgenommen hatte, eine verhältnismäßig lebhafte 
Tätigkeit. Allerdings gab sich dabei eine gewisse Vorsicht kund, 
indem manche Werke nur in Kommission übernommen wurden, 
wobei dem Verleger lediglich die Herstellung und der Vertrieb 
unter Ausschluß des geldlichen Risikos obliegt. 
Schon dieser Umstand würde es erklären, daß von einer 
bestimmten Richtung in dem Verlag noch nicht gesprochen 
werden kann. Die ausgeprägtere Besonderheit im Verlagsbuch 
handel macht sich überhaupt erst viel später bemerkbar. Dazu 
waren die Verhältnisse der 1820er Jahre, die erste preußische 
Zeit der Rheinprovinz, noch nicht befestigt genug; grundsätzliche 
Ziele lagen noch nicht im Wesen des damaligen Verlagsbetriebes. 
Noch lange danach erschienen katholische Werke bei protestan 
tischen Verlegern und umgekehrt; erst die spätere kirchlich 
politische Scheidung in Deutschland hat hier eine schärfere 
Trennung herbeigeführt, wie sie großenteils jetzt noch besteht. 
Immerhin treten auch in der ersten Zeit des Bachemschen Ver 
lages neben allgemein bemerkenswerten Werken hauptsächlich 
Schriften rechts- und staatswissenschaftlichen, medizinisch-natur 
wissenschaftlichen, geschichtlichen und erzieherischen Charakters 
in die Erscheinung, endlich auch theologisch-kanonistische. Fast 
immer sind es angesehene Autoren, höhere preußische Staats 
beamten und Geistliche oder solche, die später von sich reden 
gemacht haben. 
Weil die meisten der Hauptwerke des Verlags auch kultur 
geschichtlich bemerkenswert sind, dürfte es sich rechtfertigen, 
auf ihren Inhalt kurz einzugehen. 
Als erster Verfasser tritt uns der Bonner Geschichtsschreiber 
Professor Karl Dietrich Hüllmann (1785—1846) entgegen, der
	        
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