Contents: Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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zubereitendem Wege möglich ist. Denn dann ist nicht selten die 
Konkurrenz schon schneller gewesen. 
8. Schlußbemerkung. 
Ich komme zum Schluß. 
Man wird meinen Ausführungen im ersten Teil der Ab 
handlung entgegenhalten, daß ich zu schwarz sehe — dann mag 
man mich an Hand der Statistik eines besseren belehren. 
Bis dahin mache ich auf die Richtigkeit meiner Deduktionen 
Anspruch. 
Auch meine Vorschläge über eine nach bestimmten Ge 
sichtspunkten erfolgende umfassende Gründung neuer Handels 
gesellschaften werden bei manchem Befremden erregen. Nach 
dem der Handel wegen Nichtwollen oder Nichtkönnen versagt 
hat, halte ich den angeregten Weg für den einzigen, der geeignet 
ist, ihm frisches Blut zuzuführen und ihm das Rückgrat zu 
stärken. Andernfalls wird Bremen im Zusammenprall stärkerer 
Kräfte mitleidslos und schutzlos zerrieben werden. Dann aber 
sind alle die kostspieligen von der Gesamtheit der bremischen 
Steuerzahler geschaffenen Anlagen nutzlos. Um dieser Gesamt 
heit willen muß der Staat als ihr Vertreter aus seiner dem aktiven 
Handel gegenüber beobachteten Reserve heraustreten und, da 
er ihn zu bestimmten Schritten nicht zwingen kann, da, wo er 
seinen guten Willen sieht, ihm wenigstens die helfende Hand 
bieten und mit seiner Autorität hinter ihm stehen. 
Ausdrücklich betone ich, daß ich die Beteiligung von Klein 
kapitalisten auch anderer Stände an den neuen Handelsgesell 
schaften zwar nicht für notwendig, wohl aber für überaus 
wünschenswert halte. Aus zwei Gründen. Einmal, damit weitere 
Kreise, weil unmittelbar interessiert, am Wohl und Wehe des 
Handels lebhafteren, tätigen Anteil nehmen und gewissermaßen 
als Hecht im Karpfenteich wirken. Sodann würde eine solche 
Geschäftserweiterung besonders den Lokalbanken zugute kommen, 
weil sie diesen Zweig der Bankiertätigkeit besser als die Groß 
banken pflegen können. Für die Hergeber des Geldes, die An 
teilseigner der zu gründenden Gesellschaften ist zu sagen, daß 
schon Milliarden deutschen Kapitals im Auslande angelegt sind 
und daß davon mehrere Hundert Millionen auf Bremen kommen. 
Sollte es nicht in mehr als einer Beziehung vorteilhafter sein, 
sein Geld im Auslande, aber für die Heimatstadt tätigen deutschen, 
unter deutscher Führung stehenden Gesellschaften anzuvertrauen.
	        
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