fullscreen : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Schiffbau.

Marine-Artillerie.
Die  Verwendung  von  Geschützen  an  Bord  der  Kriegsschiffe  reicht  bis  in  den  Anfang
des  14.  Jahrhunderts  zurück.  Man  verwendete  glatte  Geschützrohre,  welche  teilweise  ans
Bronze,  teilweise  aus  Gußeisen  gefertigt  waren  und  welche  Steiukngeln  oder  gußeiserne
Vollkugeln  schleuderten.  Anfänglich  zeigte  sich  das  Bestreben,  das  Kaliber  der  Rohre
groß  zu  wählen,  um  möglichst  schwere  Kugeln  schleudern  zu  können,  und  man  steigerte
die  Vollkugeln  bis  zu  einem  Getvicht  von  800  Pfund.  Später  ging  man  zu  kleineren
Kalibern  über  und  suchte  die  Handhabung  des  Geschützes  zu  erleichtern  und  die  Genauigkeit
des  Zielens  sowie  die  Schußweite  zu  vergrößern,  und  so  kam  man  gegen  Ende  des
18.  Jahrhunderts  zu  Geschützen,  welche  Kugeln  von  je  18,  24,  32  und  42  Pfund  Gewicht
auf  etwa  2000  Schritt  schossen.  Die  „Victory",  das  berühmte  englische  Linienschiff  und
Flaggschiff  Nelsons,  führte  eine  Geschützarmierung  von  dreißig  42-Pfündern  und
32-Pfündern,  dreißig  24-Pfündern,  vierzig  12-Pfündern  sowie  zwei  68-Pfündigen  Karronaden.
  Diese  große
Anzahl  von  Geschützen
fand  ans  den  Linienschiffen ­
  auf  den  einzelnen ­
  Decks  in  der
Breitseite  Aufstellung.
Die  Rohre  waren  auf
hölzernen  Lafetten
oder  Raperten  gelagert, ­
  welche  aus
zwei  starken  eichenen
Bohlen  bestanden,  die
vorn  und  hinten  durch
entsprechende  Querhölzer ­
  verbunden
waren.  Die  Lafette
wurde  auf  hölzernen,
niedrigen  Blockrädern
729.  Batterie  eines  iitteren  Kriegsschiffes.  bewegt.  Das  Rohr
lagerte  mit  seinen
Schildzapfen  in  entsprechenden  Auskehlungen  der  Lafettenwände.  Die  Höhenrichtung  der
Geschütze  erfolgte  mittels  Handspaken,  mit  welchen  oas  Bodenstück  des  Rohres,  das  stets
mit  Hintergewicht  gelagert  war,  gehoben  wurde,  um  hölzerne  Richtkeile  unterschieben
zu  können.  Mit  denselben  Handspaken  sowie  unter  Benutzung  von  Seitentaljen  wurde
die  geringe  Seitenrichtung  des  Geschützes,  d.  h.  das  Schtvenken  der  Lafette  bewirkt.  Der
Rücklauf  der  Lafette  beim  Schuß  wurde  teilweise  durch  die  Decksbucht,  teilweise  durch  die
Reibung  der  sehr  starken  Achsen  der  Blockräder  gehemmt.  Später  trat  das  Brovktau
hinzu,  welches  die  Radlasette  mit  der  Schiffswand  verband  und  dessen  Elastizität  den
Rückstoß  milderte.  Die  Länge  desselben  wurde  so  bemessen,  daß  nach  dem  Rücklauf  des
Geschützes  seine  Mündung  etwa  2  Fuß  von  der  Bordwand  abstand,  um  das  Rohr  von
neuem  laden  zu  können.  Hierbei  wurde  die  Lafette  durch  die  Einholtalje  festgehalten.
Nach  dem  Laden  mußte  die  Lafette  durch  die  Ausrenntaljen  dicht  an  die  Bordwand  gezogen ­
  werden,  um  die  Geschützmündung  zur  Geschützpsorte  hinauszubringen.
Die  Bedienung  dieser  primitiven  Lafetten,  welche  für  die  damaligen  glatten  Rohre
mit  geringer  Ladung  und  mangelhafter  Schußgenauigkeit  auf  tveitere  Entfernungen
genügten,  erforderte  jedoch  eine  zahlreiche  Bedienungsmannschaft,  welche  sich  z.  B.  für  die
82-Pfünder  auf  14  Mann  pro  Geschütz  belief.  Da  in  der  Regel  in  jedem  Deck  ans
jeder  Schiffsseite  mindestens  15  Geschütze  aufgestellt  tvaren,  so  ergab  sich  für  eine  Bordseite ­
  eine  Bedienungsmannschaft  von  210  Mann  für  jedes  Deck.  Mußten  die  Geschütze
            
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