Rap. III.
Der Zins und dessen Ursache.
W
oder durch Ratenzahlungen erhält, und wenn der Käufer das erforder
liche Kapital hat — was mir zum Behuf des Arguments annehmen
müssen —, so wird es auch ihm gleich fein, ob er sofort oder erst nach
und nach zahlt, Hat der Käufer das erforderliche Kapital nicht, so kann
es ihm konvenieren, daß die Zahlungen hinausgeschoben werden; aber
nur unter Ausnahmeverhältnissen würde der Verkäufer dafür ein Agio
verlangen, oder der Käufer es zahlen wollen; auch würde ein solches
Agio kein eigentlicher Zins fein. Denn die Zinsen sind nicht eigentlich
eine Zahlung für den Gebrauch des Kapitals, sondern ein aus der Kapital
vermehrung erwachsender Ertrag. Ergäbe das Kapital keine Zunahme,
so würden die Fälle selten und bloße Ausnahmen sein, in welchen der
Besitzer ein Agio erlangte. Wilhelm würde es bald herausfinden, ob
es sich nicht für ihn verlohnt, ein Brett für das Recht zu geben, die Rück
gabe von Jakobs Hobel hinauszuschieben.
Kurz, wenn wir die Produktion zergliedern, so finden wir, daß
sie in drei Arten zerfällt, nämlich in
Anpassung, d. h. Form- oder Grtsveränderung der Naturprodukte,
um sie zur Befriedigung der menschlichen Wünsche geeignet zu machen;
Züchtung, d. h. Verwertung der vitalen Naturkräfte, wie durch
das Aufziehen von pflanzen oder Tieren;
Austausch, d. h. derartige Verwertung, daß der allgemeinen
Summe der Güter die höheren Fähigkeiten derjenigen Naturkräfte
hinzugefügt werden, die mit dem Drt, oder derjenigen Menschenkräfte,
öie mit der Lage, der Beschäftigung und dem Eharakter wechseln.
Bei jeder dieser drei jdroduktionsarten kann das Kapital die Arbeit
unterstützen; oder, um genauer zu sprechen, bei der ersten Art kann
das Kapital die Arbeit unterstützen, doch ist dies nicht absolut nötig;
bei den anderen beiden muß das Kapital die Arbeit unterstützen oder
lst derselben notwendig.
Während wir durch die Anpassung oder Verwendung von Kapital
w geeigneten Formen die effektive Kraft der Arbeit, dem Stoffe den
Charakter des Gutes aufzuprägen, vergrößern können, wie z. B., wenn
wir Holz und Eisen der Form und dem Gebrauch eines Hobels an
passen, oder Eisen, Kohle, Wasser und Gl der Form und dem Gebrauch
einer Dampfmaschine, oder Steine, Mörtel, Holz und Eisen einem
^aus, so ist doch das Lharakteriftische dieser Kapitalbenutzung, daß der
Vorteil in der Benutzung liegt, verwenden wir dagegen Kapital in
ber zweiten dieser Arten, z. B. wenn wir Korn aussäen, oder Tiere
Züchten, oder den wein zum Altern hinlegen, so entsteht der Vorteil
^icht aus der Benutzung, sondern aus der Zunahme. Und verwenden
wir Kapital in der dritten weise, indem wir Dinge tauschen, anstatt
sw zu gebrauchen, so liegt der Vorteil in dem vermehrten werte der ein-
Setauschten Dinge.
, Ursprünglich entfallen die aus der Benutzung entstehenden vor-
eüe der Arbeit und die aus der Zunahme entstehenden Vorteile dem