Object: Meer und Weltwirtschaft

Chinas durch westlichen Handel und durch westliche Industrie. 
Hier steht der Westeuropäer einer eigenartigen hohen Kultur ge- 
genüber, einer Bevölkerung von 400 Millionen Menschen, deren 
Daseinsdrang so gewaltig ist, daß die Besieger Chinas binnen kurzer 
Zeit stets von den Besiegten verzehrt und aufgesogen wurden. 
Wenn es nun dem Europäer auch nicht gelingt, den asiatischen 
Osten seinem Volkstum anzugleichen, ist es ihm doch schon teil- 
weise gelungen, den Ostaslaten an seine Waren und zuletzt auch 
an europäische Bedürfnisse zu gewöhnen. Was die dem Ostasiaten 
angeborene Zähigkeit im Verein mit europäischen Kenntnissen 
und Erzeugnissen vermag, hat Japan, nur ein winziger Bruch- 
teil jener gelben Rasse, seit Ende des vergangenen Jahrhunderts 
bis jetzt gerade genugsam bewiesen. 
Dadurch, daß es Europa gelang, die Weltnautisch zu be- 
zwingen, wurde zugleich die völkererzeugende Kraft des euro- 
päischen Erdteils geweckt. Darin steht Europa über allen anderen 
Kontinenten der Erde, und das dadurch geschaffene Uebergewicht 
charakterisiert den Gang der Geschichte in den letzten 2000 Jah- 
ren. Europa tritt den anderen Kontinenten als kulturfähiges Stamm- 
land gegenüber. Das ist fest begründet, selbst wenn auf die zwei 
europäischen Jahrtausende ein amerikanisches Jahrtausend folgen 
sollte. wie es wirtschaftspolitisch den Anschein hat. 
Die Beherrschung der Weltmeere befähigte die europäischen 
Staaten, ihren Bevölkerungsüberschuß nach anderen überseeischen 
Gebieten abzulenken, und so kam es zur Kolonisation, Kulti- 
vation, hauptsächlich zur Europäisierung überseeischer Länder, 
ja wir können geradezu sagen: zur Europäisierung der 
Erde. Dadurch entstanden aber zuletzt auch neue Abarten von 
Menschengruppen, wie sie uns entgegentreten im Australier und 
Neuseeländer, im Boeren, im Yankee, im kanadischen Franzosen, 
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