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auftauchte, sicherste Gewißheit, daß Rußland
bereit ist, den Minimaltarif zu schlucken, wenn
die deutsche Finanzwelt dagegen die Pille einer-
neuen russischen Anleihe einnimmt. Und sollte
es Dementis hageln, es bleibt doch wahr: Das
deutsche Publikum soll mit neuen russischen
Renten gesegnet werden.
Daß Rußland spätestens zum nächsten
Coupontermin neues Geld braucht, wird nie
mand bestreiten können. Daß es nur in Deutsch
land damit allenfalls auf Gegenliebe rechnen
kann, lehrt die Geschichte der letzten russischen
Schatzscheinemission. Ihr glänzender Mißerfolg
hat bewiesen, daß der französische Markt ein
treuer Freund nur dem Mächtigen ist. Nicht
umsonst tauchte schon wenige Wochen, nachdem
die Herren Direktoren der Banque Russo-Chine
und der Banque de Paris et des Pays-Bas ihren
Anleihevertrag geschlossen hatten, das Gerücht
aus, nun solle Deutschland beglückt werden. Es
wurde sofort dementiert, war damals auch viel
leicht wirklich noch rächt aktuell. Nun aber ist
es an der Zeit, zu — warnen.
Um es rund herauszusagen: Eine neue
russische Anleihe, womöglich gar unter Patronanz
des Reiches, wäre im Augenblick eine öffentliche
Gefahr. Ein Handelsvertrag, der nur durch
die Heraufbeschwörung dieser Gefahr erkauft
werden könnte, sollte besser ungeschlossen bleiben.
Ich will hier ganz von dem Gesichtspunkte ab
sehen, der in der Presse bereits berührt worden
ist, daß es nämlich eine Torheit wäre, jetzt, wo
der Kurs unserer heimischen Anleihen ständig
sinkt, eine hochverzinsliche ausländischeKonkurrenz
zu begünstigen. Es steht Größeres auf dem
Spiel. Die Sache nimmt sich zwar sehr harm
los aus: Wir bekommen einen guten Handels
vertrag, und die großen Bankhäuser übernehmen
die Anleihe. Aber man sollte nicht vergessen,
daß sie nur das Geld auslegen, daß in ihrer
Hand schließlich nur der Zwischengewinn bleibt.
Die Zeche zahlt der deutsche Sparer, dem seit
Jahrzehnten schon durch die Börsenpresse Herr
Warnung vor
neuen rus
sischen An
leihen