Full text : Russlands Bankerott

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Fischl"  gehandelt  werden,  seinen  Redakteuren
doch  wohl  nicht  ganz  unbekannt  geblieben  sein
dürfte,  erzählt  das  Blatt:  „Es  ist  überraschend,
daß  trotz  der  Erbitterung  und  Entrüstung  über
das  Blutvergießen  in  den  Straßen  von  Petersburg ­
  und  trotzdem  die  Erregung  hierüber  noch
systematisch  geschürt  worden  ist,  gerade  die
russischen  Fonds  heute  (24.  Januar)  eine
wesentlich  festere  Haltung  zeigten  als  gestern."
Zwar  wird  dann  die  Tatsacke  kräftiger  Interventionen ­
  zugegeben.  „Aber"  —  heißt  es  dann
weiter  —  „diese  Intervention  würde  gegenüber
einer  Panik  der  Besitzer  russischer  Papiere  doch
versagen,  und  deshalb  ist  es  klar,  daß  die  Besorgnisse ­
  der  deutschen  Besitzer  russischer  Wertpapiere ­
  durchaus  keinen  so  hohen  Grad  erreicht
haben  können,  wie  man  von  einzelnen  Seiten
glauben  machen  will."  Das  ist  natürlich  unbeeinflußt ­
  und  im  besten  Glauben  geschrieben.
Denn  der  Autor  weiß  sicher  nichts  davon,  daß
bei  Besitzern  von  Sperrstücken  jede  Panik  zwecklos ­
  ist,  da  sie  ja  nicht  verkaufen  dürfen.
Als  der  Kartätschenschuß  fiel,  da  meinte  der
Börsenartikler  des  Courier:  „Sicherlich  ist  die
Möglichkeit,  daß  es  sich  wirklich  um  eine
Unregelmäßigkeit  gehandelt  haben  könnte,  nicht
von  der  Hand  zuweisen,  ....."  Am  selben
Tage  aber  schrieb  der  Politikus  desselben
Blattes:  „Der  unheimliche  Petersburger  Kartätschenschuß ­
  ist,  wie  zu  erwarten  stand,  alsbald ­
  für  ein  „Versehen"  erklärt  worden
Aber  diese  Begründung  des  Vorganges  wird
wohl  nirgends  viel  Glauben  finden.  .  .  ."
Gewiß  kann  es  unter  den  augenblicklichen
Verhältnissen  nicht  die  Ausgabe  einer  gewissenhaften ­
  Presse  sein,  das  aufgescheuchte  Kapital
noch  mehr  zu  beunruhigen.  Aber  nichts  wäre
gewissenloser  und  verfehlter,  als  über  den  Ernst
der  heiklen  Situation  hinwegzutäuschen.  Die
Meldungen,  die  die  russische  Zensur  dein
Wölfischen  Telegraphenbureau  passieren  läßt,
sind  im  besten  Fall  lückenhaft,  womöglich  sogar
gefälscht.  Rußland  hat  sich  nie  geniert,  mit
            
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