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Fälschungen zu operieren. Man braucht nur
die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen
bis ins Jahr 1887 zurückversolgen und sich an
den denkwürdigen offiziösen Artikel der Kölnischen
Zeitung vom 22. November jenes Jahres
zu erinnern, der die russische Hofkamarilla und
Herrn v. Giers beschuldigte, dem Zaren gefälschte
Dokumente über Bismarcks Politik vorgelegt
zu haben.
Für den Besitzer russischer Wertpapiere ist
es notwendig, die Geschehnisse in Rußland klar
und deutlich zu erkennen. Nicht darauf kann
es ihm ankommen, ob die russischen Gewalthaber
noch einmal auf ein paar Monate Ruhe
schaffen können, er muß wissen, was endlich
wird. Darüber aber kann nicht die Meinung
der Zeitungskorrespondenten aufklären, das
sagt das Buch der Geschichte. Und dieses Buch
erzählt uns von einer Revolution. Nicht von
Revolutiönchen, wie sie sich aooo 1848 in
Deutschland abspielten, sondern von einer
großen Umwälzung, wie Frankreich sie 1789
sah. Wer die Geschichte jener Tage studiert,
staunt ob der Ähnlichkeit der Vorgänge
bei aller Verschiedenheit der Einzelheiten. Echte
Revolutionen entwickeln sich spontan, können
nicht vorher planmäßig ausgeheckt werden.
Und gerade das Unvorbereitete der Petersburger
Arbeiterdemonstration, das den Kosaken den
ersten blutigen Erfolg schuf, scheint mir ein
gefährliches Zeichen für den Fortgang. Die
russische Despotie hat schon größere Putsche
bezwungen. Aber da waren nie und nirgends
von ihr selbst Verheißungen gemacht, Wünsche
angeregt worden. Die französische Revolntion
ward nicht am Tage des Bastillensturmes
geboren, sondern durch die Unterzeichnung des
Dekrets, das die Generalstände berief. Und die
russische Revolution fängt nicht an mit den
Petersburger Metzeleien, sondern hat schon lange
begonnen mit dem von der Regierung selbst berufenen
Semstwokongreß und den wenigen Tagen,
da man die Presse freier als sonst schreiben ließ.
Eine Revolution
und keine
Emeute
Die französische
und die
russische Revolution