Full text: Russlands Bankerott

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arbeiten und die Valuta verschlechtern, um 
wenigstens noch eine Zeitlang das Geld für 
die Allslandszahlungen aufzusparen. Oder die 
Revolution macht schnell reinen Tisch, dann wird 
man genau nach dem gleichen Rezept verfahren. 
Herr Suworin senior, der Herausgeber der 
Noweja Wremja, hat einem Berliner Jour 
nalisten, der ihn interviewte, anvertraut, daß, 
welche Regierung auch immer am Ruder sein 
wird, sie alles daran setzen dürfte, die Zins 
zahlungen pünktlich zu leisten. Daran ist gar 
nicht zu zweifeln. Aber ebensowenig zweifle 
ich daran, daß, welche Regierung auch immer 
in Zukunft Rußlands Geschicke lenken wird, 
sie diese Leistungen nicht aufzubringen vermag. 
Es ist eine eigenartige Ironie der Ge 
schichte, daß in allen Revolutionen das Kapital 
äußerst zart behandelt worden ist. Selbst im 
Kommuneausstand, der doch gewiß stark von 
sozialistischen — ausgesprochen kapitalsfeind 
lichen — Ideen beeinflußt war, hat man die 
Bank von Frankreich geschützt und ihren Kassen 
nur diejenigen Summen entnommen, die man 
unbedingt brauchte. Und eine der ersten Taten 
der französischen Revolution war - die Sicher 
stellung der Staatsgläubiger. Das Königtum 
hat Schulden auf Schulden getürmt. Der 
Konvent geht daran, sie zu ordnen. Mitten 
im Trubel der Blutgerichte, während der Wohl 
fahrtsausschuß den politischen Kampf organisiert, 
unterbreitet der citoyen Cambon dem Konvent 
seinen Plan zur „Demokratisierung der Staats 
schuld", der eine Umwandlung der ungeheuren 
Kapitalsschuld in eine Rentenschuld von zwei 
hundert Millionen Francs und die Schaffung 
des Großen Buches der Staatsschuld vorsieht. 
Stolz ruft er aus: „Bis jetzt haben viele 
Kapitalisten geglaubt, ein König müsse die 
Schuld zurückbezahlen, weil ein König ihr 
Schuldner gewesen ist; nach meinem Vorschlage 
übernimmt die Republik die königlichen Schulden, 
und die Kapitalisten werden sie deshalb gern 
anerkennen." Und in seiner Rede findet sich 
Rücksicht 
nahme aller 
Revolutionäre 
gegen das 
Kapital
	        
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