Enameline
108
Epichlorhydrin
3H0MSI
ät
wäßrig-alkoholischen Lösung von Glyzerin, Tra
gant, Gummiarabikum und Kleber.
Enameline, eine mit übertriebener Anpreisung
in den Handel gebrachte amerikanische
Ofenglanzpaste, besteht aus 67 Teilen reinem
Graphit, 3 Teilen Öl und 30 Teilen Wasser.
Energin, ein neues stickstoffhaltiges Nähr
präparat aus Reis, das 92 °/o wasserunlösliches
Protein enthält und in seinerWirkung demTropon
(s. d.) an die Seite zu stellen sein dürfte.
Engelsüßwurzel (lat. Rhizoma polypodii, frz.
Racine de polypode, engl. Polypody root) ist der
anfangs süßlich, hinterher scharf und bitter
schmeckende offizinelle Wurzejstock des ein
heimischen Tüpfelfarns (Polypodium vul
gare), einer schattenliebenden, in Wäldern, an
Felsen, Baumwurzeln, Gräben und Schluchten
wachsenden Pflanze. Der weit kriechende, zahl
reiche Würzelchen treibende Wurzelstock von
6—7 mm Dicke zeigt eine außen rotbraune bis
schwärzliche, innen grünlich gelbe Farbe und
ist durch Überreste der abfallenden Blattstiele
schuppig bis knotig verdickt. ,E. wird im Früh
jahr gesammelt und zuweilen noch medizinisch
verwandt.
Englisch Leder ist ein ursprünglich englisches,
doch später auch in Deutschland hergestelltes
dichtes und festes geköpertes und weiß gebleichtes
Baumwollzeug von hartem Kettengarn und fei
nerem Einschlag, der wechselweise 3-Kettenfäden
bedeckt. Der schwach atlasglänzende Stoff, der
auch wohl Satin oder Satinet genannt wird,
kommt in verschiedenen Breiten und Sorten,
meist weiß, doch auch gefärbt in den Handel
und wird zu Beinkleidern, .Westen, Schnürleibern,
Schuhen usw. verarbeitet.
Entwickler. Unter diesem Namen kommen
ihrer Herkunft nach ganz verschiedene Chemi
kalien in den Handel, welche dazu dienen, in
der Photographie das Bild hervorzurufen. Ihre
Wirkung beruht darauf, daß durch die Belich
tung in den Bromsilberteilen der photographi
schen Platte eine Veränderung vor sich ge
gangen ist, aber erst durch Eindringen der be
treffenden Entwicklersubstanz sichtbar wird. Rein
chemisch besteht dieser Vorgang darin, daß
durch den Entwickler das belichtete Silbersalz
zu metallischem Silber reduziert wird. Als Ent
wickler sind z. B. zu nennen: Adurol, Amidol,
Brenzkatechin, Duratol, Edinol, Eikonogen, Gly
zin, Hydrochinon, Imogen, Kaliumlerrooxalat,
Metol, Ortol, Pyrogallol, Rodinal und andere.
Enzianwurzel (lat. Radix gentianae, frz. Ra
cine de gentiane, engl. Gentian root) stammt von
verschiedenen Arten der Gattung Gentiana, die
im Drogenhandel hauptsächlich vorkommende
rcte E. von der gelbblühenden Art, G. lutea,
die in Alpen- und Voralpengegenden wächst und
in großen Mengen, besonders von den Pyrenäen
aus versandt wird, doch werden ihr vielfach die
ähnlichen und als gleichwertig angesehenen Wur
zeln von G. purpurea, pannonica und punc
tata beigemischt. Die bis zu 24 cm lange, im
frischen Zustande fleischige, getrocknet aber
schwammig-porös, runzlig und längsfaltig er
scheinende E. ist außen braun, im Inneren gelb
bräunlich mit dunkleren Markstrahlen und Ge
fäßbündeln und kommt oft der Länge nach ge
spalten in den Handel. Der Geschmack ist zu
nächst süßlich, dann intensiv und anhaltend
bitter, der Geruch stark aromatisch. An wirk
samen Stoffen enthält sie neben der geschmack
losen Gentianasäure (Gentisin) das bitter
schmeckende Glykosid Gentiopikrin, C 2 oH 3 n0 12 .
Stärke ist nicht zugegen, wegen des beträcht
lichen Zuckergehaltes wird der wäßrige Auszug
durch Vergärung und Destillation zur Herstellung
des Enzianbranntweins benutzt. Die trockne
Droge findet als Pulver sowie in Form von Ex
trakten und Tinkturen als magenstärkendes Haus
mittel zur Bereitung bitterer Liköre vielfache
Anwendung. Die sog. weiße E. der Tierärzte
stammt von einer einheimischen Doldenpflanze,
dem Laserkraut, Laserpitium latifolium,
und sie hat sonach ihren Namen zu Unrecht.
Eosin (Morgenrotfarbe). Unter diesem Na
men vereinigt man eine große Reihe pracht
voller Teerfarbstoffe, die sämtlich als Halogen
oder Nitroderivate des Fluoreszei'ns (s; d.) auf
zufassen sind. Von den ersteren wird das durch
Bromierung von Fluoreszein erhaltene Natrium
oder Ammoniumsalz des Tetrabromfluores
zeins als Eosin schlechthin, Eosin B, E. wasser
löslich bezeichnet. Es erscheint im Handel als
ein braunrotes, mit Wasser rote, grün fluoreszie
rende Lösungen bildendes Pulver und dient be
sonders zum Färben von Papier und Lack. Eine
besonders reine, kristallisierte Modifikation wird
als Eosin A in der Seidenfärberei benutzt.
Durch Bromierung von Fluoreszein in heißer
alkoholischer Lösung entsteht das Äthyltetra
bromfluoreszein, auch Spriteosin oder Prim-
rose (s. d.) genannt, ein in Wasser schwer, in
Soproz. Alkohol leicht lösliches Pulver für Seiden
färberei. Führt man an Stelle von Brom Jod
ein, so erhält man Tetrajodfluoreszein,
dessen Natriumsalz unter dem Namen Erythro
sin, Eosin J, Jodeosin, Pyrosin, Pritn-
rose soluble als wasserlöslicher Farbstoff für
Papier, Baumwolle und Seide benutzt wird. Das
entsprechende Dijodfluoreszein führt die Han
delsbezeichnung Erythrosin G, Diamanthine
G, Pyrosin J. Phloxine (s. d.) und Zyano-
sine sind Bromchlorderivate, Rose bengale N
und B (s. d.) Jodchlorderivate des Fluoreszeins.
Zyklamin ist ein schwefelhaltiges Tetrabrom-
dichlorfluoreszein. Von den Eosinen, welche
zugleich Brom und Nitrogruppen enthalten, ist
das durch Bromieren von Dinitrofluoreszein er
haltene EosinB.N. (Eosinscharlach, Safro-
sin, Daphnin) am bekanntesten. In technischer
Hinsicht unterscheidet man die E. meist in E-
Gelbstich (E. jaunätre) und E. Blausticb
(bleuätre). Die wäßrige Lösung der ersteren,
der Bromfluoreszeine, zeigt im durchfallenden
Lichte eine prächtige Rosafarbe, im auffallenden,
je nach der Konzentration ein reines Gelb bis
Gelbgrün. Die letzteren, die Jodeosine be
sitzen nur geringe oder keine Fluoreszenz. E-
findet zum Färben von Papier und Geweben aus
gedehnte Anwendung.
Epichlorhydrin entsteht beim Erhitzen von
Dichlorhydrin mit Ätznatron als eine farblose,
nach Chloroform riechende Flüssigkeit vom spez-
Gew. 1,200 und dem Siedepunkte 117 0 . Es wird
wegen seiner geringen Feuergefährlichkeit in
neuerer Zeit als Lösungsmittel für Fette und
Harze viel benutzt.