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Zweites Buch. Die Gegner.
lassen müssen, ist sogar als unwissend hingestellt worden und hat
ein halbes Jahrhundert hindurch seinen Platz unter den Volkswirt-
schaftlern verloren.
Auch das ist einer der Punkte, über die die klassischen National
ökonomen sich in vollständiger Übereinstimmung befanden 1 ). Für
sie sind die Maschinen wohltätige Einrichtungen, weil sie die Lebens-
■ mittel billiger liefern, weil sie einen Teil des Einkommens der Ver
braucher freisetzen, weil sie infolgedessen die Nachfrage nach anderen
Produkten vermehren, und so der Arbeit, die sie zuerst überflüssig
gemacht haben, Beschäftigung verschaffen. Sismondi leugnet nicht,
daß sich theoretisch das Gleichgewicht zum Schluß wieder her
steilen wird; jede neue Produktion muß auf die Dauer an irgend
einer Stelle einen neuen Verbrauch schaffen. Betrachten wir aber
die Wirklichkeit. Hören wir auf, „Zeit und Baum außer acht zu
lassen“; setzen wir die Hindernisse und die Reibungen des sozialen
Mechanismus in Rechnung. Was sehen wir da? Die unmittel
bare Wirkung der Maschine besteht darin, Arbeiter auf die Straße
zu werfen, ihre gegenseitige Konkurrenz zu verschärfen, die Löhne
aller anderen auf dem Markte zu erniedrigen und so weiterhin ihren
^Verbrauch und infolgedessen ihre Nachfrage zu vermindern. Weit
davon entfernt, stets wohltätig zu sein, tritt die nützliche Wirkung
der Maschinen nur dann ein, wenn ihrer Einführung ein Wachstum
der Einkünfte und infolgedessen eine neue Arbeitsmöglichkeit für die
Arbeiter, deren Stelle sie eingenommen haben, vor aus gegangen
ist. „Selbstverständlich wird niemand bezweifeln, daß ein Vorteil
darin liegt, einen Menschen durch eine Maschine zu ersetzen, aber
nur, solange dieser Mensch anderweit Arbeit findet 2 ).“
') Die Übereinstimmung ist aber nicht vollständig. Eicaedo hat allerdings der
3. Ausg. seiner Principles ein Kapitel über die Maschinen angefügt, in dem er
bekennt, sich getäuscht zu haben, als er annahm, daß die Maschinen stets, nach
einiger Zeit, den Arbeiterinteressen nützlich werden. Er erkennt an, daß die Arbeiter
immer unter den Maschinen leiden werden, wenn dieselben, sei es auch unter Er
höhung des Nettoertrages, den Bruttoertrag der Industrie verringern. Er scheint zu
glauben, daß dieser Eall häufig genug eintreten kann. In Wirklichkeit wird er nur
selten Vorkommen.
2 ) Nouv. Princ., I, 8. 399. Hier muß das berühmte Argument der Kurbel an
geführt werden; Sismondi fragt: „Wenn es England gelingen sollte, alle Arbeit auf
seinen Feldern und in seinen Städten von Dampfmaschinen ausführen zu lassen und
nur soviel Bewohner zu haben, wie die Eepublik Genf, gleichzeitig aber dieselbe
Produktionsmenge und dasselbe Einkommen, wie heute, müßte man es dann reicher
oder ärmer als heute nennen? Eicardo sagt Ja. -— Folglich ist der Eeiehtum alles,
der Mensch absolut nichts ? Dann müßte man wahrhaftig wünschen, daß der König
allein auf seiner Insel lebe und durch das beständige Drehen einer Kurbel auto
matisch alle Arbeit in England verrichten lasse“ (II, 8. 329). Man kann auf den so
formulierten Einwurf antworten, daß die Gemeinschaft, lange ehe dieser Zustand