150
an Elektrizitätswerken nicht mehr zu machen sind, wo
jede bedeutendere Stadt ihre elektrische Beleuchtung,
ihre elektrische Slrassenbahn hat, wo es sich nur darum
handelt, Bestehendes zu erhalten? Was wird alsdann
den auf eine grosse Produktionsfähigkeit eingerichteten
Konstruktionswerken zu tun verbleiben? Nun, wir sind
Optimisten genug, überzeugt zu sein, dass sich den
Elektrizitätsfirmen auch fernerhin immer wieder neue
Gebiete der Betätigung erschliessen werden. Anzeichen
dafür sind genug vorhanden.
Welche grossen Probleme auf dem Gebiete der
sogen. Wasserfrage, des Vollbahnbetriebes und der
Binnenschiffahrt der baldigen Lösung harren, wurde
bereits auf Seite 140 ff. dargelegt.
Vielversprechende Aussichten auf dem Gebiete des
Transportwesens bietet ferner der Bau elektrischer Auto
mobile und Omnibusse. Technische Unvollkommenheiten,
wie zu kurze Entladungszeit der Akkumulatoren und zu
grosses Gewicht derselben, die häufige Schwierigkeit
der Kraftbeschaffung und die hohen Fabrikatpreise sind
es wohl, welche der Ausbreitung des elektrischen Au
tomobils bisher noch hindernd im Wege standen. In
Belgien hat man einigen der erwähnten Hindernisse
bereits dadurch zu begegnen gesucht, dass man auf
Fahrstrassen in Entfernungen von 15—20 km jeweils
Kraftstationen errichtete. Die Anlagekosten für derartige
Ladestationen dürften bald reichlich ausgeglichen sein.
Weit mehr als in Europa ist schon heute das elektrische
Automobil in Amerika verbreitet. Der elektrische Om
nibusbetrieb hat dem Ueberlandbahn-(Schmalspurbahn-)
Betrieb gegenüber den Vorteil, dass bei dem verhältnis
mässig geringen Kraftverbrauch der Omnibusse ihre