Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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Es  bildet  sich  immer  mehr  unter  den  neurussischen  Bauern  die
Kategorie  der  Hofwirte  aus,  die  zu  den  gespannlosen  Bauern  oder  zu
denjenigen,  die  nur  ein  Stück  Vieh,  meistens  ein  Pferd,  besitzen,
gerechnet  werden.
Solche  gespann-  und  inventarlose  Bauern  zerfallen  wieder  in  verschiedene ­
  Gruppen,  die  das  gemeinsame  haben,  dass  sie  ihr  Land  an
andere  Dorfgenossen  verpachten.  Solche  Bauern  verpachten  zu  einem
Teile  ihr  Land,  indem  sie  sich  zu  den  verschiedenen  Gewerben  —•  Dorfhandwerk, ­
  Hausindustrie  u.  s.  w.  —  wenden.  Andere  verpachten  nur
einen  grösseren  Teil  ihres  Landes,  indem  sie  den  kleineren  Teil  selbst
als  Ackerland  benützen.  Und  eine  dritte  Gruppe  verpachtet  schliesslich
ihr  ganzes  Land  und  verdingt  sich  als  Lohnarbeiter.!)
Die  Zahl  der  Bauern,  die  eigene  Wirtschaft  haben,  betrug  in  Prozent
im  Verhältnis  zu  den  sämtlichen  Bauern  nach  der  Bauernzählung  der
Semstwos  in  den  achtziger  Jahren:
(Tabelle  XXVI1)
in  Taurien  in  den  Kreisen:

Berdjanks

37,0

Melitopol

32,7

Dnjepr

43,0

im  Gouv.  Cherson:

Alexandria

20,1

Ananjew

23,3

im  Gouv.  Ekaterinoslaw:

Bachmut

16,3

Mariapol

20,7

Wie  stark  die  Abnahme  des  Viehbestandes  bei  den  neurussischen
Bauern  ist,  wird  durch  den  Vergleich  des  Viehstandes  im  Jahre  1900
mit  dem  im  Jahre  1870  bewiesen.
So  betrug  die  Zahl  des  Viehbestandes  auf  1000  in  den  Gouvernements:
(Tabelle  XXVIII)
1870  1900

Menschen

Höfe

Menschen

Höfe

Bessarabien

3,055

14,655

1,580

6,291

Cherson

1,624

8,930

772

4,215

Taurien

5,183

35,800

1,401

9,667

Ekaterinoslaw

2,206

14,130

998

6,426

Dongebiet

3,756

21,058

1,948

10,824

*)  Vgl.  W.  Postnikoff,  Die  Südrussische  Bauernwirtschaft.
            
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