d. h. er ist je Hektar um 400—800 AM gestiegen. Der übrige In—
ventarwert hat sich nach Warmbold um 240 4 je Hektar erhöht;
die Düngeranwendung ist seit 50 Jahren verzehnfacht. Hinzu
kommt die Verbesserung der Böden durch Entwässerung, Bauten
von Kunststraßen und unzählige andere kostspielige Maßnahmen,
die hier aufzuführen zu weit fuͤhren würde. Nach Damaschke soll
sich der Verkaufspreis von Grundftücken in den letzten drei Jahr—
zehnten verdoppelt haben. Andererseits aber gibt Damaschke
selbst zu, daß die Aufwendungen für Verbesserungen erstattet
werden sollen? Es ist eine altbekannte Tatsache, daß beim Ver—
kauf von Grundstücken im Frieden oft genug nicht einmal der
effektive Gebäudeversicherungsbetrag erzielt wurde. Die In—
vestitionen betrugen eben zumeist ganz erheblich mehr, als die Zu—
nahme des Grundstückswertes ausmacht. Es ist also weder von
einem Wucher mit den Produklen, noch mit dem Grundflück die
Rede. Die Zölle waren notwendig, um die Landwirtschaft nicht
wie in England, das seine einst blühende Landwirtschaft preisgab,
zu vernichten. Und wie einst, so ist es auch heule. Der relative
Schutzzoll ist Voraussetzung für das Bestehen der Landwirtschaft.
Wenñ der Zollschutz die Trägheit fördern würde, dann hätten
weder die vermehrte Produktion, noch die Neuverschuldung statt—
gefunden.
Genaueste Ausbalancierung der Zollhöhe ist unmöglich, zu—
mal die Landwirtschaft zuviel verschiedene Produkte erzeugt. Die
Erfahrung lehrt, daß die Preise für die verschiedenen Erzeugnisse
wechseln und sich ausgleichen müssen. Schließlich müssen gewisse
mögliche Verdienste eines Jahres verlustbringende Jahre decken.
Aber gesetzt den Fall, daß die Rente in der Landwirtschaft sich
anstatt auf 3 Prozent auf ein geringes mehr stellen sollte, so wird
die Landwirtschaft diese wie bisher zu Investitionen benutzen.
Zeiten des Aufstiegs der Landwirtschaft bringen den Boden be—
kanntlich zum kleinen Wirt und fördern die Siedlung, deren na—
türliche Entwicklung erstrebenswert ist. (Ab 1885 Abnahme des
großen Besitzes 2,22 Prozent, entsprechend Zunahme des bäuer—
sichen und kleinbäuerlichen Betriebes.)
Zu 5. Ernährung auf eigener Scholle ist möglich.
Im Jahre 1924 wurden eingeführt für 2,7 Milliarden Le—
bensmittel und solche Artikel, die der Lebensmitteleinfuhr zur
Laft geschrieben werden. Nach Professor Warmbold ist zur Er—
nährung des deutschen Volkes u. a. notwendig die Anwendung
von 500 000 Tonnen N. (Stickstoff), Im Frieden wurden ver—⸗
wandt auf derselben Reichsfläche 180 000 Tonnen. Diese Menge
ist im letzten Wirischaftsjahr verdoppell. Diese Zunahme ist auf
die ungeheure Aufklärungskätigkeit der landwirtschaftlichen Or—
ganisatijonen, den zunehmenden Einfluß der Versuchsringe zu—
rückzuführen. Noch nie wurden soviel Saatenmärkte durch die
Kreislandbünde in engster Zusammenarbeit mit den Kammern
abgehalten, wie dies in den letzten Jahren der Fall war. Die
Verwendung von Kunstdünger ist der beste Inder für die Inken—
siläl, wie jeder weiß, der überhaupt auch nur lose mit der Land—