fullscreen: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Vierundzwanzigstes Kapitel 
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größerer Kooperation, Konzentration der Produktionsmittel usw. be- 
gleitet war, und weil die ländlichen Lohnarbeiter nicht nur intensiver 
angespannt wurden,?? sondern auch das Produktionsfeld, worauf sie 
für sich selbst arbeiteten, mehr und mehr zusammenschmolz. Mit 
dem freigesetzten Teil des Landvolkes werden also auch seine 
früheren Nahrungsmittel freigesetzt. Sie verwandeln sich jetzt in 
sioffliches Element des variablen Kapitals. Der an die Luft gesetzte 
Bauer muß ihren Wert von seinem neuen Herrn, dem industriellen 
Kapitalisten, in der Form des Arbeitslohnes erkaufen. Wie mit den 
Lebensmitteln, verhielt es sich mit dem heimischen agrikolen Roh- 
material der Industrie. Es verwandelte sich in ein Element des 
konstanten Kapitals. 
Man unterstelle zum Beispiel einen Teil der westfälischen 
Bauern, die zu Friedrich II. Zeit alle Flachs, wenn auch keine Seide 
spannen, gewaltsam expropriiert und von Grund und Boden verjagt, 
den andern zurückbleibenden Teil aber in Tagelöhner großer Pächter 
verwandelt. Gleichzeitig erheben sich große Flachsspinnereien und 
-webereien, worin die „Freigesetzten“ nun lohnarbeiten. Der Flachs 
sieht gerade aus wie vorher. Keine Faser an ihm ist verändert, aber 
eine neue soziale Seele ist ihm in den Leib gefahren. Er bildet jetzt 
einen Teil des konstanten Kapitals der Manufakturherren. Früher 
verteilt unter ‚eine Unmasse kleiner Produzenten, die ihn selbst 
bauten und in kleinen Mengen mit ihren Familien verspannen, ist 
er jetzt konzentriert in der Hand eines Kapitalisten, der andere für 
sich spinnen und weben läßt. Die in der Flachsspinnerei verausgabte 
Extraarbeit realisierte sich früher in Extraeinkommen zahlloser 
Bauernfamilien oder auch, zu Friedrich II. Zeit, in Steuern pour le roi 
de Prusse.?*%»* Sie realisiert sich jetzt im Profit weniger Kapita- 
listen. Die Spindeln und Webstühle, früher verteilt über das flache 
Land, sind jetzt in wenige große Arbeitskasernen zusammengerückt, 
wie die Arbeiter, wie das Rohmaterial. Und Spindeln und Web- 
stühle und Rohmaterial sind aus Mitteln unabhängiger Existenz für 
Spinner und Weber von nun an verwandelt in Mittel, sie zu komman- 
dieren?? und ihnen unbezahlte Arbeit auszusaugen. Den großen 
Manufakturen sieht man es nicht an, wie den großen Pachtungen, 
daß sie aus vielen kleinen Produktionsstätten zusammengeschlagen 
und durch die Expropriation vieler kleiner unabhängiger Pro- 
duzenten gebildet sind. Jedoch läßt sich die unbefangene An- 
sehauung nicht beirren. 
231 Ein Punkt, den Sir James Steuart betont. 
2818 „Travailler pour le roi de Prusse“, wörtlich: „für den König von 
Preußen arbeiten“, ist eine sprichwörtliche Bezeichnung für „gegen schäbige 
Bezahlung oder für nichts arbeiten“. K. 
282 „Ich werde euch“, sagt der Kapitalist, „die Ehre zuteil werden 
lassen, mir zu dienen, unter der Bedingung, daß ihr mir das Wenige, was 
such bleibt, für die Mühe gebt, die es mir macht, euch zu kommandieren.“ 
{J. J. Rousseau: „Discours sur l’Economie Politique, Geneve 1765.“)
	        
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