thumbs: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Jesterreich. 
Russland. 
Jahr 
1688 
‚786 
836 
‚870 
900 
‚Lanäle’ 
185 km 
497 
648 , 
1056 „ 
2558 
<ünstl, Schiffahrts- 
Strassen überhaupt 
530 km 
1271 
2053 
2943 
5500 
Ausserdem sind noch 9301 km freier Flusslauf hinzurechnen, so 
lass im ganzen 14168 km Binnenwasserstrassen in Deutschland be- 
fahren werden. Volle vier Fünftel des Schiffsverkehrs fallen auf die 
Ströme, von denen ein grosser Teil wie namentlich die Elbe, Oder, der 
Rhein und Main erst in den letzten Dezennien für grössere Schiffe, 
für grössere Strecken, im grossen Massstabe und regelmässig fahrbar 
gemacht sind. Infolgedessen hat sich die Benutzung derselben gerade 
in der neueren Zeit gewaltig gehoben: 
Auf den Wasserstrassen wurden verfrachtet: 
«875 10,4 Millionen t 2,9 Milliarden tkm 290000 tkm pro Kilometer 
‚895 23,4 5 „75 „ 4 750000 
Auf den Bahnen: 
1875 26,5 Millionen t 10,9 Milliarden tkm 410000 tkm pro Kilometer 
1895 44,8 - „ 265 2. „590000 » 
Ist auf den Bahnen auch der Gesamttransport stärker gestiegen 
als auf den Wasserstrassen, so ist dies doch hauptsächlich darauf zurück- 
zuführen, dass ‚sich die Länge der Bahnen in dieser Zeit sehr viel 
mehr erhöht hat als die der Wasserstrassen, und die Ausnutzung jedes 
Kilometers hat auf den letzteren sehr viel stärker zugenommen als auf 
den ersteren und bereits absolut eine wesentlich grössere Höhe erreicht. 
Dieses günstige Ergebnis ist aber hauptsächlich darauf zurück- 
zuführen, dass auf den Wasserstrassen teils gar keine Gebühren für 
ihre Benutzung erhoben werden, wie auf den Flüssen, teils ganz un- 
bedeutende wie auf den Kanälen. Auch hier ist wie in Frankreich 
der Ausbau wie die Unterhaltung in der Hauptsache von dem Staate 
übernommen. Nach Sympher betrugen in Preussen von 1881—90 
die Unterhaltungskosten durchschnittlich laufend 12,5 Mill, ausser- 
ordentliche Kosten 13,5 Mill, während die Einnahmen sich nur auf 
2 Mill. Mk. bezifferten. Der Staat leistete mithin eine jährliche Zu- 
zahlung‘ von 24 Mill. Mk. Von 1890—97 werden die Ausgaben auf 
26 Mill. ‚berechnet, die Einnahmen auf 3 Mill., sodass das Ergebnis 
ıngefähr das Gleiche ist. 
Gleichwohl haben die Regierungen in Preussen wie in Bayern 
gesetzliche Vorlagen zum weiteren Äusbau des Kanalnetzes gemacht. 
In Preussen besteht der Plan, durch einen Mittellandkanal den Rhein 
und die Elbe zu verbinden, um dann eine Verbindung dieser Ströme 
mit der Ostsee über Stettin und südlich mit der Weichsel herbei- 
zuführen und Berlin mit Stettin verbinden. 
Ausser in den beiden letztgenannten Staaten liegt auch in 
Oesterreich der Volksvertretung ein Gesetzentwurf vor, welcher 
750 Mill. Kronen für den Ausbau der Wasserstrassen verlangt. Auch 
in Russland sind grosse Bauten in Aussicht genommen, welche die 
Ostsee mit dem. schwarzen, wie dem weissen Meere verhinden sollen 
ınd zwar für grössere Schiffe.
	        
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