Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Vorwort zur deutschen Ausgabe. 
IX 
die Mißstände einer unbeständigen Währung zu den bedenklichsten volks 
wirtschaftlichen Übeln gehören, mit denen die Zivilisation zu kämpfen hat, 
und daß das praktische Problem, eine Lösung dieser Schwierigkeit zu finden, 
von internationaler Bedeutung und Tragweite ist. Nur versuchsweise habe 
ich ein Mittel vorgeschlagen, den Übeln der Wertschwankungen des Geldes 
abzuhelfen. Jedoch ist die Zeit zur Annahme irgendwelches zweckdien 
lichen Planes noch nicht gekommen. Was gegenwärtig vor allen Dingen 
notwendig ist, ist ein klares und allgemeines Verständnis der Grundsätze 
und Tatsachen. Zur Erreichung dieses Zieles soll dieses Buch folgendes 
beitragen: 
1. einen Neuaufbau der Quantitätstheorie; 
2. eine Erörterung der besten Form von Indexziffern; 
3. einige mechanische Methoden, um die Bestimmung des Preis 
niveaus schaubildlich darzustellen; 
4. eine praktische Methode zur Abschätzung der Umlaufsgeschwindig 
keit des Geldes; 
5. statistische Ermittelungen der in den Vereinigten Staaten dem 
Scheckverkehr unterworfenen Bankdepositen zum Unterschiede von 
den gewöhnlich veröffentlichten „individuellen Depositen“; 
6 eine verbesserte statistische Schätzung des Handelsvolumens und 
der übrigen Elemente der Verkehrsgleichung; 
7. eine gründliche statistische Kontrolle der (neuaufgestellten) 
Quantitätstheorie des Geldes. 
Da es ganz unmöglich ist, einigen dieser Gegenstände ohne Anwendung 
der Mathematik gerecht zu werden, so habe ich diese nach freiem Ermessen 
eingeführt, sie aber, soweit es angängig war, in den Anhang verwiesen. 
Diese Methode, nach der bereits meine früheren Bücher, The Nature of Capital 
andlncome und The Rate of Interest, gearbeitet sind, gestattet einen fast gänz 
lichen Ausschluß der Mathematik aus dem Text. 
In dieser der zweiten amerikanischen Auflage folgenden deutschen 
Ausgabe habe’ich am Schlüsse des Anhanges zum XIL Kapitel einen Zusatz 
eingeschaltet, welcher die von Professor Wesley Clair Mitchell verbesserten 
Zahlen der dem Scheckverkehr unterworfenen Depositen enthält. Außer 
dem habe ich am Schlüsse des Buches einen allgemeinen Anhang über die 
„Wertstabilisierung des Dollars“ beigefugt. 
Der größte Teil der statistischen Ergebnisse bestätigt die Schluß 
folgerungen, die Professor Kemmerer in seinem wertvollen Werke Money 
and Credit Instruments in their Relation to General Prices, das während der Be 
arbeitung des vorliegenden Buches im Druck erschien, niedergelegt hat.
	        
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