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Die alljährlich wiederkehrenden Verbandstage haben außerordentlich
viel dazu beigetragen, den Verband zu entwickeln und ihn zu einer Stütze
der von ihm vertretenen Industrie zu machen. —- Den einzelnen Betriebs
inhabern, welche sich vor dem Jahre 1877 unbekannt, ja sogar öfters
feindselig gegenüberstanden, war Gelegenheit gegeben, sich näher kennen zn
lernen und dabei häufig zu entdecken, daß der bisher fremde Mann doch nicht
so schlimm sei, wie man sich ihn gedacht hatte, daß er sogar manche gute
Seiten habe und daß man schließlich in Friede und Freundschaft mit ihm
leben könne.
Es ist Niemand zugemuthet worden, das, was der Einzelne als
Fabrikgeheimniß betrachtet, als Allgemeingut preiszugeben und doch konnte
beobachtet werden, daß der theilweise in den Verhandlungen, theils im
Einzelgespräch gepflogene Austausch der Erfahrungen befruchtend auf die
Entwickelung unserer Industrie gewirkt hat. Wer bereit war, zu geben,
hat sicher auch immer wieder etwas Gelerntes heimgetragen.
Allerdings hatte auch der Verband seine Lehrjahre durchzumachen.
In der ersten Zeit war es nicht selten, daß der in der Minderheit
Bleibende mit dem Austritt drohte. Es blieb aber bei der Drohung und
sehr bald hatte man sich daran gewöhnt, sich den Verbandsbeschlüssen zu
fügen, namentlich als eine weiter unten zu erwähnende Krisis im Ver
bandsjahre 1882/83 glücklich überwunden war.
Nicht wenig haben auch die sich mit geringen Ausnahmen an die
Verbaudstage anschließenden sogenannten Vergnügnngstage, auf welche näher
einzugehen, zu weit führen würde, dazu beigetragen, die Mitglieder einander
näher zu bringen.