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dern nur ein Plan, die Reichsidee und den Reichshandel gewissen Inter
essen für Ausbeutungszwecke auszuliefern.
Ich kehre zu dem Punkte zurück, den ich bereits berührt habe. Das
große Reichsproblem ist, die Reichsgewalt, die jeder Staat verwalten
und handhaben kann, einzurichten und zu ordnen, mit anderen Wor
ten, einen Plan organischer Reichsorganisation zu ersinnen. Das Mut
terland ist bis jetzt die höchste Autorität gewesen, das Gehirn, in dem
sich der Reichswille konzentriert hat. Es hat gegen Gesetzentwürfe
sein Veto eingelegt, die Verteidigung kontrolliert, internationale Unter
handlungen geleitet und Verträge abgeschlossen. Die Pflanzstaaten
werden dies nicht länger oder nicht mehr lange dulden. Wird sich
die Reichsgewalt dann auflösen? Wird dann jeder Staat das Recht
beanspruchen, seine eigene Politik zu treiben, als wäre er absolut sou
verän, aber bei Konflikten die Unterstützung der ganzen Reichsmacht
fordern? Wird z. B. Australien sein Recht durchsetzen, Japan gegen
über eine Politik des Stillen Ozeans, selbst wenn sie bis zur kriege
rischen Verwicklung führte, zu verfolgen, und dann dafür die Hilfe des
Reiches, das nicht befragt worden ist, reklamieren? Schließt Natals
Selbstregierungsrecht die Befugnis ein, eine Eingeborenenpolitik zu
praktizieren, die nicht nur der britischen Tradition widerspricht, son
dern auch Natal selbst bedroht, und wird dieser Staat dann beim
Nahen von Gefahren auf den Reichsschutz Anspruch erheben können?
In der Tat kann in solchen Fällen die Unterstützung des Reiches
nicht verweigert werden. Die Frage ist nur, ob das Reich es zugibt,
daß seine Hilfe verpfändet wird, ohne daß man es vorher hinsichtlich
der Maßnahmen um seine Meinung befragt hätte. Dies sind die wich
tigsten Probleme, denen wir gegenüberstehen.
Wenn das Reich für Sozialisten irgendwelchen Sinn hat, so den,
daß es ein organisches Ganze bilden muß. Seine Organisation muß
locker sein, sie muß sich eher dem Typus einer organischen Kolonie,
w ie es die Coelenteraten sind, als dem Muster ausgebildeter indivi
dueller Organismen, wie es der Mensch selbst ist, nähern. Die Reichs
organisation sollte sich in folgender Form verwirklichen: Die Konseils-
präsidenten der Einzelstaaten müßten alle drei oder vier Jahre zu
einer Konferenz Zusammenkommen, um die gemeinsame Politik und
die Reichsprobleme zu erörtern. Die Ergebnisse wären dann als Zei
chen des gemeinsamen Geistes und Zweckes des Reiches anzusehen.