130
f Die Herrschaft des Wortes“,
oder weiteren Anschluß an die Alltäglichkeit erörtert werden mußte,
ehe die Worte, denen sich zuerst nur nebenher, nur im Dienste dieser
Erörterungen, die Aufmerksamkeit zu wendete, ehe diese Worte selber
zum Anlasse selbständiger Erörterungen genommen wurden. So ist es
auch bezeichnend, viel zu bezeichnend, um es unerwähnt zu lassen,
daß selbst noch der alte Lotz bei seiner vorbildlichen „Revision der
Grundbegriffe“ von einer Erörterung der Teuerung ausgegangen ist,
und daraus erst den Anlaß nahm, im buchstäblichen Sinne über „den
Wert“ oder „den Preis“ zu handeln.
Soweit es auf das alltägliche Denken ankäme, das zugleich jenes
der Sprache und somit das Denken vorstellt, mit dem jene Worte,
gleich allen übrigen, grün aufgewachsen sind, wären auch diese Worte
nie aus den sprachlichen Zusammenhängen ausgelöst worden; ge
schweige daß es zu ihrem wirklichen Beisammen, zu ihrer Aufzählung
gekommen wäre. Dazu mußte der Zwang, diese Worte vergleichsweise
viel zu verwenden, von gewissen alltäglichen Erörterungen, für die er
gilt, in jene wissenschaftlichen Erörterungen übernommen werden, die
sich an die ersteren anschließen. Dann erst hat es ja Sinn, von Ein
geborenen Fachausdrücken zu sprechen; und dazu, so kann man es
ausdrücken, mußten jene Worte erst werden, ehe der Vorgang ins
Rollen kam, der hier zu erörtern ist, und auf den die Frage abzielt:
Wie sind jene Worte aus dem Dunkel der Sprache hervorgetreten f
Zwei Fälle scheinen hier denkbar. Diese Worte können einzeln
und allmählich die Aufmerksamkeit des Denkens auf sich gezogen
haben; oder sie sind alle zusammen, und dann mit Einem Schlage
aus ihrer sprachlichen Verborgenheit gerissen worden. Aber dieser
zweite Fall muß sich bei näherem Zusehen als undenkbar heraus
steilen ; dafür bürgt — oder damit steht und fällt, wie man es nehmen
will — die grundsätzliche Erwägung, die ich vorausgeschickt habe.
Darauf gehe ich nun etwas näher ein.
Es ist ja inzwischen das Herkömmliche geworden, die Aufzählung
jener Worte mit der Bezeichnung „Grundbegriffe“ zu verknüpfen. Also
könnten diese Worte, alle zugleich, durch nichts anderes über die
Schwelle des nationalökonomischen Denkens gehoben worden sein, als
durch die Frage nach den „Grundbegriffen“ I Gleichgültig nun, in
welcher Sinnesmeinung diese Frage den Anstoß geben soll, es käme
jedesmal eine Verspreizung mit jener früheren Erkenntnis heraus.
Wenn diese Sinnesmeinung noch so oberflächlich angenommen wird,
so liegt doch mit jener Frage ein tätiger Eingriff des wissenschaft
lichen Denkens vor, und schon das ergäbe einen Widerspruch. Aber
jene Frage kann auch so angenommen werden, daß sie von einem