12
wie in jedem hoch entwickelten Lande, früher oder später
unausbleiblich sein. Die vielfach finanziell undichten Kapitals-
Assoziationen, die Macht weniger Individualitäten, mit den Ge
fahren, die solche Allein-Herrschaften mit sich bringen, die
Arbeiterfrage in ihrer ökonomischen wie sehr wahrscheinlich
dereinst auch politischen Gestaltung, sindWolken am Horizont
des amerikanischen Wirtschaftslebens. Aber jeder Sturm
wird hier rascher vorübergehen, als man glaubt.
Europa muß wach bleiben. Die Vereinigten Staaten sind
»das Land der unbegrenzten Möglichkeiten«. Die wirtschaft
liche Entdeckung Amerikas, heute in Texas und Kansas,
morgen in Idaho und Californien, macht von Tag zu Tag
neue und ungeahnte Fortschritte. Die Schätze, die der
Boden erzeugt, und die Schätze, die unter der Erde gehoben
werden, sind märchenhaft. Die maschinell-technische Aus
rüstung der Industrien scheint unübertrefflich. Deutschland
und Amerika, denen der Weltverkehr der Zukunft gehört,
brauchen sich weder zu amerikanisieren, noch zu germani
sieren. Industrielle und Kaufleute mögen sich einander
persönlich nähern. Heutzutage gibt es keine Entfernungen
mehr. Man lerne voneinander. Man übernehme wechsel
seitig Arbeitsmethoden, geschäftliche und gewerbliche Ein
richtungen, insoweit sie von Fall zu Fall für das einzelne
Land und für den betreffenden Betrieb geeignet und tat
sächlich durchführbar sind.
Beide Nationen haben ihre großen Vorzüge, ihre her
vorragenden Eigenschaften; auf diesem oder jenem Gebiet
wird die eine der andern überlegen sein. Man schätze
sich, ohne sich zu überschätzen, und ich bin überzeugt, daß