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Führung von Schmollers, widmete sich ganz der
neuen, großen Aufgabe.
Von den verschiedensten Seiten und aus den ver
schiedensten Motiven strömten die verschiedensten
Leute zusammen, um das Werk des 18. Jahrhunderts
zu vernichten und das befreite Gebiet neu zu be
bauen. Darin waren sie alle einig. Sie alle glaubten
eine Verirrung überwunden und die wahre Bahn der
Forschung entdeckt zu haben. Begeisterung und
Siegesfreude beherrschte sie alle und keiner gab den
Epigonen der früheren Periode Quartier. Von Pietät
für diese Periode war kaum die Rede — so wenig,
wie etwa ein Wiedergenesener der überwundenen
Krankheit pietätvoll gedenkt. Die Kontinuität der
Entwicklung glaubte man zerrissen, aber das war
nur ein Grund sich zu gratulieren. Und wer zweifelte
und andere Wege ging, dem wurde deutlich gesagt,
daß er nicht in die Wissenschaft gehöre.
IV.
Seit geraumer Zeit nunmehr sind diese Grund
anschauungen verkündet worden, besonders in
Deutschland, und reiche positive Arbeit wurde
im Anschluß an sie getan. Ist es also wahr, wurde
damals erst der rechte Weg entdeckt und hat sich
seither die historische Detailforschung als Methode
der Sozialwissenschaften durchgesetzt ? Ein Blick
auf die Gegenwart wird uns diese Frage beantworten.
Nur wenige Gebiete brauchen und können hier be
rührt werden.
Zum Beispiel: Wie steht es in der Wissenschaft
Schumpeter, Vergangenh. u. Zukunftd. Sozialwissensch. 6