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Capitel IL
zelne Zeitpunkte, nicht aber die grössere oder geringere
„Circulationsgeschwindigkeit“ des Geldes, — die man
vielmehr höchstens als ein Ergebniss jener auffassen
kann, — wovon in Wahrheit die Grösse des Geldbedarfs
abhängt.
Nach dem oben Gesagten lässt sich etwa folgender
Entwicklungsgang hinsichtlich der Grösse des Geldbedarfs
in einem Lande annehmen. Anfangs, d. h. so
lange ein Volk noch hauptsächlich Ackerbau und Viehzucht
treibt und auf dem Lande zerstreut lebt, drängen
sich die Zahlungen naturgemäss auf wenige Zeitpunkte
(Zeit der Saat und der Ernte, Wochenmärkte) zusammen.
Die Consequenz ist ein verhältnissmässig grosser
Geldbedarf, vorausgesetzt natürlich, dass oder insoweit
überhaupt die Geldwirthscliaft die Naturalwirthschaft
verdrängt hat. Dann, in Folge der Entwicklung
von Handel und Gewerbe und des Städtelebens,
welches wegen des engeren Zusammenwohnens der
Menschen häufigere persönliche Berührungen und da-*
mit auch häufigere Umsätze und häufigere Zahlungen
mit sich bringt, und in Folge des Fortschritts im Strassen
wesen und in den Verkehrsmitteln: Vertheilung der
Zahlungen mehr auf verschiedene Zeitpunkte und als
Wirkung davon ein verhältnissmässig geringerer Geldbedarf
oder ein Wachsthum des Geldbedarfs, das mit