Nachwort
Man spricht wiederum von einem verhängnisvollen
Umschlag in der amerikanischen Volkswirtschaft und von
einer amerikanischen Krisis. Ich halte das für unrichtig.
Wohl gehen heftige Zuckungen durch das Land, die stür
mische Hochkonjunktur der letzten Jahre hat ausgesetzt,
und die Eisen- und Stahlpreise bröckeln ab. Eine Krisis
aber besteht zur Zeit weder auf gewerblichem noch auf
geschäftlichem Gebiet. Nicht die Industrie ist bislang von
einer Kalamität heimgesucht worden, nicht der Verkehr auf
den Schienenstraßen ist rückläufig, nicht der Handel liegt
danieder, nicht die Ernten haben versagt und nicht die
Kohlen- und Erzgruben und die Ölquellen. Nur ein außer
gewöhnlicher Rückgang in den Kursen fast aller, selbst der
solidesten und bestfundierten, Börsenwerte vollzieht sich
mit geringen Intervallen seit vielen Monaten. Die Speku
lanten hatten sich verrannt und zahlen nun für ihre Aus
schreitungen in mehr oder minder erheblichen Liquidations
verlusten Buße. Die Reichen unter den Spielern ganz
besonders. Hierfür hat man drüben die treffende Bezeich
nung „the rieh man’s panic“ gefunden. Daneben ist durch
den Preisfall auch das Privatpublikum, insoweit es sein
Kapital in Wertpapieren anlegt, in Mitleidenschaft gezogen.
In Deutschland war die Börse immer das Barometer,
von dem man das kommende wirtschaftliche Wetter ablesen