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Störung, wehilie die Krisis im Gefolge gehabt hat, und ebenso
von den Ausschreitungen der Ueberspeculation absieht, von
Jahr zu Jahr. Wenn daher die Verluste aus den A\'e<disel-
coursen in den drei Decennien seit 1848 auch wirklich blos
200 Millionen betragen haben sollten, so entfiele von dieser
Verlnstsninme auf das erste Decenninm wahrscheinlich blos
auf das zweite “/;, auf das dritte d. h. die Wechsel
verluste dürften in den Fünfziger-Jahren durchschnittlich je
i\ Millionen, in den Sechziger-Jahren je 0 Millionen, in den
Siebziger-Jahren je 12 Millionen Gulden per Jahr betragen
haben. Sie werden aber im nächsten Decenninm, wenn die
Valutazerrüttnng fortbestehen sollte, wahrscheinlich 24 j\Iil-
lionen und abermals ein Decenninm später wahrscheinlich
50 Millionen im Jahre erreichen — vorausgesetzt, dass die
Constitution dieses Landes robust genug ist, um die Segnungen
der Zettelwirtlischaft noch weitere zwei Decennien lang zu
ertragen.
Dass die Wechselcourse trotz der Papierwirthschaft vor
übergehend günstig waren, und dass dies gerade im Durch
schnitte der letzten Jahre wieder der Fall ist, ändert an der
Thatsache dieser Verluste nichts.
Es muss eben als unzweifelhaft hingestellt werden, dass
die Wechselcourse unter normalen Geldverhältnisson noch
mindestens um 1 Percent günstiger gewesen wären. Mit Rück
sicht auf die Wirkung der Valuta ist es aber ganz gleich-
gütig, ob der durch sie verursachte Schaden sich in Form
eines positiven Verlustes, oder in Form einer entsprechenden
Gewinnstverkürznng ansspricht.
in Oesterreicli herrschten, der zur Vergleichung herangezogene fremde Wechsel
im Durchschnitt^ 0'72ü Percent unter pari, also um diesen Betrag günstig
für Oesterreich stand; im Durchschnitte der 28 Jahre von 18-18 bis 1875 unter
der Herrschaft der Zettelwirtlischaft dagegen notirten die zur Vergleichung
herangezogenen fremden Wechsel D 274ü Percent iiher ¡itirl, also um diesen
Betrag ungünstig für Oesterreich.