Full text : Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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schwer  gelitten.  Zahllose  landwirtschaftliche  Arbeiter  mußten  als  Soldaten ­
  ins  Feld  ziehen,  die  Einfuhr  von  Bohnen  erlitt  eine  starke  Unterbrechung, ­
  ja,  es  machte  sich  sogar  ein  Mangel  an  Düngerstoffen  bemerklich.
  Zudem  wurden  den  Landwirten  erhöhte  Steuern  auferlegt
und  ihr  Betriebskapital  durch  Reichsschatzscheine  zum  Teil  in  Anspruch
genommen.  Trotzdem  ersetzten  sehr  bald  die  Zurückbleibenden,  Alte,
Jünglinge  und  Frauen  die  frei  gewordenen  Arbeitsstellen  und  bemühten
sich,  durch  verdoppelten  Fleiß  und  Sparsamkeit  den  Anforderungen  der
neuen  Stellungen  auch  möglichst  gerecht  zu  werden.  Zur  Düngung  der
Felder  wurden  künstliche  Ersatzmittel  herangezogen.  Die  landwirtschaftlichen ­
  Nebenprodukte  wurden  zur  Deckung  des  Kriegsbedarfs  von
der  Regierung  aufgekauft.  Zudem  waren  in  dem  ersten  Kriegsjahre
die  Witterungsverhältnisse  in  Japan  recht  günstige,  der  Ernteertrag
daher  ein  hoher,  so  daß  im  allgemeinen  die  Landwirtschaft  trotz  der
höheren  Steuerbelastung  ein  zufriedenstellendes  Ergebnis  erzielte.  Infolgedessen ­
  ist  die  Stiminung  der  Landwirte  eine  vertrauende,  und  nian
glaubt  in  jenen  Kreisen,  daß  man  die  Lasten  des  Krieges  auch  bei
noch  längerer  Dauer  desselben  werde  ertragen  können.  Die  Statistik
der  landwirtschaftlichen  Hauptprodnkte  zeigt  —  in  Millionen  Kokn
—  die  folgende  günstige  Entwicklung.

Jahr

Reis

Brotgetreide

1895

39.6

19.5

1896

36.2

17.3

1897

33.0

18.0

1898

47.3

20.4

1899

39.6

19.3

1900

41.4

20.3

1901

46.9

20.6

1902

36.9

18.4

1903

46.4

18.5

1904

50.8

19.6

Im  Mittel  |

42.1

19.3

Unter  Brotgetreide  werden  Gerste,  Weizen  und  Roggen  verstanden, ­
  die  im  Japanischen  den  Kollektivnamen  Mugi  tragen.  Die
Durchschnittsziffern  beziehen  sich  nur  auf  fünf  Jahre,  da  die  günstigste
und  die  ungünstigste  Jahresziffer  ausgeschlossen  wurden,  um  so  ein
normales  Durchschnittsergebnis  zu  erhalten.  Eine  genauere  Betrachtung
der  hier  angeführten  Daten  ergibt,  daß  der  Betrag  der  Reisernte  im
Jahre  1904  ein  um  volle  20  %  höherer  war  als  der  Durchschnitt  für
ein  Jahrfünft;  der  Ernteausfall  an  „Mugis"  hat  um  1,6  °/ 0  zugenommen. ­

            
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