Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung der Moorböden. 
89 
Verbreiter) bewerkstelligt. Die Hitze soll dunkle Rotglut nicht überschreiten. 
Gegen das Ende der Veraschung muß häufig mit einem Platindraht oder Spatel 
umgerührt werden, weil die Kohleschicht auf der Oberfläche der Asche sonst schwer 
verbrennt. 
Die Moorasche ist äußerst hygroskopisch und daher möglichst schnell mit 
einer Platte bedeckt zu wägen. Die Exsikkatoren müssen dicht schließen und das 
Trookenmittel muß häufig erneuert werden; bei einem schon längere Zeit benutzten 
Exsikkator zieht Moorasche wie trockne Moorsubstanz Wasser an. 
Betreffs der bei Bestimmung gewisser leicht sich verflüchtigenden Bestandteile, 
wie Chlor, Kalium, zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln bei Herstellung der Asche 
gelten die für Untersuchung von Pflanzen (vergl. „Pflanzenasche“) gültigen Regeln. 
Die mehr oder weniger stark mit Sand, Ton oder Kalk vermischten Moor 
böden werden in derselben Weise behandelt: 
Soll die Untersuchung eines Moorbodens lediglich die nötigen Anhaltspunkte 
für die Beurteilung seiner Kulturfähigkeit liefern, so wird nach dem an der Moor- 
Versuchs-Station üblichen Verfahren die Asche gewogen, mit konzentrierter Salzsäure 
von 1,135 spezifischem Gewicht unter Zusatz von wenig Salpetersäure gekocht, zur 
Trockne verdampft, der Rückstand nach dem Uberführen der Kieselsäure in die 
unlösliche Form mit Salzsäure aufgenommen, filtriert und das Unlösliche, sowie im 
Filtrate Kalk und Phosphorsäure bestimmt. 
In der lufttrocknen Substanz wird der Stickstoff und behufs Umrechnung 
des Untersuohungsergebnisses auf Trockensubstanz die Feuchtigkeit ermittelt. 
Von einer Bestimmung des Kalis wird seitens der Moor-Versuchs-Station 
meistens abgesehen, da seine Menge in der überwiegenden Anzahl der Moore 
so gering ist, daß sie bei der Düngung unberücksichtigt bleiben kann. In besonderen 
Fällen, z. B. wenn das Moor auf kalireichem Untergrund aufgewachsen oder mit 
Ton durchsetzt ist, oder wenn ein solcher Untergrund selbst zur Bedeckung bei 
Deckkulturen verwendet werden soll, wird eine Bestimmung des Kalis ausgeführt. 
Die vollständige Untersuchung der Moorbodenasche weicht nicht von den hei 
Mineralböden bezw. Pflanzenaschen gebräuchlichen Verfahren ab. 
3. Bestimmung einzelner Bestandteile. Bezüglich der Bestimmung einzelner 
Bestandteile des Moorbodens sei noch folgendes bemerkt: 
a) Stickstoff. Der Stickstoffgehalt des Moorbodens wird nach dem von 
Wilfarth u. a. abgeänderten Kjeldahlschen Verfahren durch Kochen mit kon 
zentrierter Schwefelsäure unter Zusatz von metallischem Quecksilber usw. bestimmt. 
Bei sandfreien Moorböden pflegen 2 g der lufttrocknen Masse für die Bestimmung 
auszureichen, bei sandhaltigen (anmoorigen) Moorböden wird entsprechend mehr (5—10 g) 
nötig sein. Das Uberschäumen im Anfang wird durch vorsichtiges Erhitzen und 
Zusatz eines Körnchens (stickstofffreien) Paraffins verhindert (vergl. auch S. 37). 
b) Schwefel und Phosphor. Die Bestimmung des in Form von Sulfiden vor 
handenen Schwefels nach dem von M. Fleischer angegebenen Verfahren ist weiter 
unten S. 96 u. ff. behandelt. 
Für den Gesamtschwefel und Gesamtphosphor im Moorboden sind die be 
kannten Verfahren anzuwenden (siehe Untersuchung der Pflanzenasche); bei kalk 
armen Mooren ist vor dem Veraschen, besonders für die Bestimmung des. Schwefels, 
der Zusatz basischer Stoffe (z. B. Soda) erforderlich. 1 ) 
') Vergl. G. Gundlach, Journal f. Landwirtschaft 1892, 40, 223 und G. Schmoeger, 
Landw. Jahrbücher 1896, 25, 1047.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.