Object: Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

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Zeit über größeres Vermögen nicht. Das Stammkapital der 6 
Provinzialanstalten beziffert sich auf 6 Millionen Mark. Der 
Verband besitzt ein Stammkapital von P/a Millionen Mark. 
Auch von dieser Seite aus sind demnach beträchtliche Käufe 
von Staatspapieren nicht zu erwarten. Die preußischen Spar 
kassen besaßen im Jahre 1909 einen Anlagebestand von 10765 
Millionen Mark. Hiervon waren 1163 Millionen Mark oder 
10,8% in Staatspapieren angelegt. 1 ) Durch das zur Zeit der 
parlamentarischen Beratung unterliegende Sparkassengesetz sol 
len die Sparkassen verpflichtet werden, 12 bis 18°/» ihrer An 
lagen in diesen Werten zu halten. Wie bereits mitgeteilt wurde, 
erfuhr diese grundlegende Vorschrift des Gesetzentwurfes durch' 
die Beschlüsse der mit der Durchberatung der Vorlage betrauten 
16. Abgeordnetenhauskommission eine nicht unerhebliche Ab 
schwächung. Es sollen hiernach nur 6 bis 15 % in Staats 
renten investiert werden. Dementsprechend wird man auch die 
Angaben ändern müssen, die der preußische Finanzminister 
Dr. L e n t ze am 24. April 1912 gelegentlich der ersten Lesung des 
Sparkassengesetzentwurfes im Abgeordnetenhause machte. Er 
führte damals aus, daß „durch die Vorlage allerdings nur 60 Mil 
lionen Mark Staatspapiere untergebracht würden. Wenn man aber 
die Verpflichtungen der verschiedenen Vermögensverwaltungs 
stellen zusammenzähle, ergebe sich ein Betrag von rund 200 
Millionen Mark im Jahr, für den Staatsanleihen gekauft werden 
müßten.“ Schon damals mußte dieser Betrag als reichlich hoch 
angesehen werden. Nachdem jetzt die Sparkassenvorlage er 
heblich abgeschwächt ist, wird man mit mehr als 150 Mil 
lionen Mark nicht gut rechnen dürfen. 
Hierzu würden bei weiterer Ausdehnung des Kreises der 
Zwangskäufer die Versicherungsgesellschaften, Banken, Kre 
ditgenossenschaften usw. treten. Doch ist zu beachten, daß 
inan den Gedanken, auch die Kreditgenossenschaften der 
Kapitalanlagevorschrift zu unterwerfen, neuerdings wieder 
fallen gelassen zu haben scheint, ln der 16. Abgeordneten 
hauskommission führte am 5. Juni 1912 ein Vertreter der preu 
ßischen Regierung aus, ein Vorgehen gegen die Genossen- 
*) Schwarz, a. a. O. S. 17.
	        
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