Full text : Das Geldwesen Frankreichs zur Zeit der ersten Revolution bis zum Ende der Papiergeldwährung

3.  DER  INTERVALUTARISCHE  KURS,

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dadurch  stattfinden,  daß  man  die  eingehenden  Assignaten  verbrannte; ­
  lediglich  zur  Kontrolle  wurden  ihre  Nummern
protokollarisch  vermerkt.
Tatsächlich  war  dies  der  einzig  praktische  Kall  der  sogenannten ­
  Hypothezierung.  Anfänglich  konnte  der  Erwerber
von  Nationalgütern  sogar  den  Nachweis  verlangen,  daß  die  von
ihm  eingelieferten  Staat-moten  tatsächlich  verbrannt  worden  waren.
Man  stellte  sich  die  Assignaten  vor  als  einen  Fall  des
Realkredits.  Jedem  Assignat  entspreche  eine  Scholle  Erde.  Sie
seien  kein  „fiktives“  Zahlungsmittel,  wie  die  andern  Völker  es
hätten;  sie  seien  wirkliche  Immobiliardelegationen.  Die
Immobilien,  die  ihre  Dekung  bildeten,  seien  viel  sicherer  als
z -  B.  die  Schätze  in  den  Kellern  der  Bank  von  Amsterdam,
die  ja  gestohlen  werden  könnten.
Der  Wert  der  Assignaten  sei  reell  und  evident.  Sie
könnten  beliebig  vermehrt  werden,  wenn  sie  nur  durch  Nationalgüter ­
  gedeckt  seien.  Sänken  sie  aber  im  „Kurse“,  oder  stände
eine  Vermehrung  in  Aussicht,  so  müßte  möglichst  viel  Privateigentum ­
  konfisziert  und  zu  Nationalgut  erklärt  werden.
Hauptsächlich  daraus  erklären  sich  die  ungeheuren  Konfiskationen. ­
  Konfisziert  wurden  die  königlichen  Domänen,  die
Hüter  der  Emigranten  —  die  mit  den  äußern  Feinden  geraemsame
  Sache  machten,  also  Verräter  waren  —  und  die  Güter
der  Geistlichen  im  weitesten  Sinne.  Unter  dem  Konvente
wurden  vorübergehend  sogar  die  Güter  der  Spitäler  zu  Nationalgut ­
  erklärt.
So  sind  auch  die  zahlreichen  Schätzungen  der  Nationalgüter ­
  >)  begreiflich,  die  fast  alle  ihren  „wahren“  Wert  feststellen ­
  wollen.  Wissenschaftlich  brauchbar  ist  unseres  Erachtens
keine  dieser  Schätzungen.  Wir  sehen  ganz  davon  ab,  daß  sie
a u  der  Unbeständigkeit  des  Wechselkurses,  des  Angebots  und
der  Nachfrage,  an  den  örtlichen  und  provinziellen  Verschieden-*)

  Zitiert  z.  B.  in  Stourm,  Histoire  financiere  de  l’ancien  regime

j  ^luen  z.  u.  in  btour
e  de  l a  rtvolulion,  II.  S.  462.
            
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