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der Zeit legte man sich allerdings die göttliche Weltordnung,
den inzwischen veränderten Interessen entsprechend, um
gekehrt zurecht. —
Der Zollverein hatte nur sehr niedrige Getreidezölle
erhoben, die er 1865 sogar ganz fallen ließ. Den Anfang
der Rückkehr zum Schutzzoll machte die Industrie, die
nach dem Krach von 1873 laut nach Zöllen rief, um die
Preise auf dem heimischen Markte zu erhöhen. Noch waren
die Landwirte Gegner der Schutzzölle. Da trat Amerika als
ernsthafter Konkurrent in Getreide auf dem Weltmärkte
auf, nachdem infolge der amerikanischen Industriekrisis die
arbeitslosen Industriearbeiter massenhaft nach dem Westen
gezogen waren, um jungfräuliches Land in Anbau zu nehmen,
unterstützt durch eine großzügige Yerkehrspolitik, billige
Frachten usw. Das gleiche geschah in Rußland und Indien,
die ebenfalls mit Getreide auf dem Weltmärkte erschienen.
Die Folge der jetzt eintretenden Einfuhr nach Europa war
ein Sinken des Getreidepreises auf den europäischen Märkten;
die deutsche Getreideausfuhr hörte auf; es fand sogar eine
steigende Getreideeinfuhr nach Deutschland statt. Viele
Landwirte wurden bankerott, nämlich alle, welche nach dem
deutsch-französischen Kriege zu teuer gekauft hatten und
jetzt die hohen Zinsbeträge bei den sinkenden Preisen nicht
mehr aufbringen konnten. Jetzt wurden die deutschen Land
wirte aus Freihändlern plötzlich Schutzzöllner, um sich den
heimischen Markt zu sichern. Bismarck, der damals eine neue
parlamentarische Mehrheit suchte, kam ihren Wünschen aus po
litischen Erwägungen entgegen. Auf Grundlage des Schutzzolles
kam ein Bund zwischen Industriellen und Agrariern zustande;
die einen bewilligten den anderen die von ihnen begehrten
Zölle, damit diese ihnen ihre Zölle bewilligten, und auch zwischen
diesen kartellierten Interessenten und der Regierung fand ein
Bündnis auf gleicher Grundlage statt. Der Reichskanzler konnte