Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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Was  das  Verhältnis  der  eigenen  Mittel  zu  den  Verbindlichkeiten ­
  überhaupt  anbetrifft,  so  haben  wir,  ähnlich  dem  Verhältnis  zu
den  fremden  Geldern,  in  den  letzten  sechs  Jahren  eine  etwelche  Verbesserung
(1906:  25,5%;  1911:  28,3%).  Auch  für  diese  Relation  weisen  die  einzelnen
Untergruppen  z.  B.  pro  1911  ein  sehr  verschiedenes  Verhalten  auf:  17,2%;
20,8%;  25,9%;  36,2%.
3.  Zur  Frage  der  Liquidität.
Die  Frage  nach  der  Liquidität  im  Bankwesen  ist  schon  oft  aufgestellt
worden,  und  mannigfach  sind  die  Wege,  die  begangen  wurden,  um  eine
befriedigende  Lösung  zu  erhalten.  Die  grosse,  nie  ganz  zu  überwindende
Schwierigkeit  liegt  eben  darin,  dass  die  in  den  Bankbilanzen  aufgeführten
Zahlen  manchmal  noch  sehr  wenig  über  die  Qualität  des  betreffenden
Postens  aussagen.
Klar  ist,  dass  der  Status  einer  Bank  um  so  liquider  sein  sollte,  je  mehr
sie  bei  ihren  fremden  Geldern  Rückzügen  ausgesetzt  ist.  Besteht  also  ein
Grossteil  der  fremden  Gelder  aus  Spareinlagen  und  sofort  oder  innert
kurzer  Frist  rückzahlbaren  Kontokorrentkreditoren-Geldern,  so  sollte  dem
ein  liquider  Status  der  Aktiven  entsprechen,  während  da,  wo  der  Grossteil
der  fremden  Mittel  in  momentan  unkündbaren  Obligationen  oder  auf
längere  Zeit  fest  liegenden  Anleihen  besteht,  eine  geringere  Liquidität  gut
vertragen  wird.  Erfahrungsgemäss  muss  nun  aber  auch  von  den  jederzeit
rückzahlbaren  Depositen  nur  ein  kleiner  Teil  bereit  liegen,  und  nur  für  einen
Weitern  Bruchteil  müssen  Mittel  da  sein,  die  sich  im  Notfall  sofort  oder
wenigstens  in  verhältnismässig  kurzer  Zeit  flüssig  machen  lassen.  In  normalen ­
  Zeiten  kennt  jede  Bank  mehr  oder  weniger  genau  die  für  Rückbezüge
notwendigen  Gelder;  sollen  ihre  Anlagen  so  beschaffen  sein,  dass  sie  auch  in
Krisenzeiten  standhalten,  so  kann  dies  im  allgemeinen  nur  auf  Kosten  der
Rentabilität  geschehen.
Es  ist  klar,  dass  in  bezug  auf  die  Liquidität  der  Kassabestand,  die
Coupons  und  das  Giroguthaben  bei  der  Nationalbank  in  erster  Linie
kommen.  Dann  werden  folgen  die  Korrespondenten-Debitoren.  Als
liquide  Anlage  wird  im  allgemeinen  auch  das  Wechselportefeuille  angesehen;
allerdings,  wie  sich  schon  aus  dem  Kapitel  über  das  Wechseldiskontgeschäft
ergibt,  mit  Reserve.  Die  in  Wechseln  angelegte  Summe  gibt  noch  keine
Auskunft  über  die  Beschaffenheit  des  Wechselmaterials,  und  im  allgemeinen
'vird  wohl  nur  ein  Teil  des  Wechselbestandes  als  liquid,  d.  h.  sofort  rückdiskontierbar
  entweder  direkt  oder  indirekt  durch  das  Mittel  der  Kantonalbanken ­
  und  Handelsbanken  bei  der  Nationalbank,  angesehen  werden  dürfen.
            
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