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Durch die Lohnsteigerung in den neuen Betrieben wurden die
Inhaber der alten Militärausrüstungsfabriken beeinträchtigt, weil
mancher ihrer Arbeiter mit der Aussicht auf höheren Lohn in die
neuen Betriebe eintrat. Die alten Firmen empfanden das Ver
halten der neuen Betriebe als unlauteren Wettbewerb. Sie
wandten sich daher an das Kriegsministerium, welches ihren Be-
schwerden Folge gab und am 9. Oktober verfugte, daß den Firmen,
welche durch Angebot höherer Löhne anderen Firmen Arbeitskräfte
abspenstig machen, die Verträge der Heeresverwaltung entzogen
werden sollen.
Um ihre Interessen wahrzunehmen, gründeten die Fabrikanten
ferner einen Kriegslederansrüstungsverband, der seine Mitglieder
verpflichtet, die Tariflöhne mit einem Zuschlage bis 33Vs Prozent
zu zahlen.
Wenn die Anordnung des Kriegslederausrüstungsverbandes
ganz allgemein befolgt würde, so bedeutete dies für alle die Be
triebe, welche jetzt höhere Löhne gewähren, eine in vielen Fällen
erhebliche Lohnherabsetzung. Zu dieser Frage ist in der Sattler
und Portefeuillerzeitung Stellung genommen. Vorstand des Satt
ler- und Portefeuillerverbandes und Tariftommission machten be-
kannt, daß sie an den Lohnsestsetzungen des Kriegslederansrüstungs-
verbandes nicht mitgewirkt haben. Ueberdies wurde in einem län-
geren Artikel erklärt, daß sich die Arbeiterschaft entschieden gegen
den Abschluß des Kriegslederausrüstungsverbandes wende und
zwar aus folgenden Gründen: Nach Ansbruch des Krieges seien fast
alle Lederwarenfäbriken geschlossen und die Arbeiter entlassen wor-
den, so daß der Sattler- und Porteseuillerverband in den ersten acht
Wochen des Krieges über 109 009 Mark Arbeitslosenunterstützung
zahlen mußte. Erst in der zweiten Hälfte des September sei der
Bedarf an Militärausrüstungsgegenständen so gestiegen, daß auch
Lederwarenfabriken Beschäftigung erhielten. Die Portefeniller und
Täschner hätten die neue Arbeit erst erlernen müssen, und in der
ersten Zeit nur 12—24 Mark in 60—70 stündiger Arbeitszeit
verdient. Ter Berliner Militärsattler-Tarif könne fiir die Kriegs
arbeiten nicht in Betracht kommen, denn er berücksichtige nur die