Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

1859 an die Stelle der wunderschönen früheren Gärten des 
Jesuitenkollegs trat, die zur französischen Zeit in den städ 
tischen Botanischen Garten ?umgewandelt worden waren. Die 
Verkehrsbedürfnisse erforderten naturnotwendig eine Verbindung 
mit dem Straßenzug Unter Sachsenhausen-Gereonstraße, zu der 
der Eisenbahngesellschaft 1857 das Recht jder Enteignung ver 
liehen worden war. Die geplante Bahnhofstraße durchschnitt 
nun das Bachemsche Grundstück in recht unglücklicher Weise, 
so daß es langwieriger Verhandlungen bedurfte, bis ein Ein 
vernehmen erzielt wurde. „Nach zweijährigen Bemühungen“, 
heißt es in einem Bachemschen Rundschreiben aus dem 
Jahre 1861, „ist endlich das durch das Expropriationsgesetz 
bedrohte Verbleiben meines Geschäftes in dem seit zwanzig 
Jahren bekannten Lokale (Marzellenstraße Nr. 20) für einst 
weilen gesichert.“ 
Die alten Gebäude, Geschäftshaus und Druckerei, mußten 
nun niedergelegt und durch Neubauten ersetzt werden. Zu 
dem entstehenden Eckhaus an der Bahnhofstraße wurde am 
25. Mai 1861 der Grundstein gelegt, dessen im Juni 1906 
wieder zum Vorschein gekommene Urkunde von 43 Unter 
schriften bedeckt ist. 
„Für die Dauer des Neubaues meines Geschäfts-Locals“, besagt ein 
Plakat, „verlegte ich mein Comptoir, so wie die Buchdruckerei und Ex 
pedition der Zeitung: »Kölnische Blätter« in das Nebenhaus, Marzellen 
straße Nr. 18 (früher Krusesche Apotheke).“ In den Grundstein wurden 
ein gezeichnetes Blatt mit den Unterschriften der Geschäftsangehörigen 
und des Maurermeisters Pet. Roß, sowie Druckmuster und eine Nummer 
der Kölnischen Blätter eingelegt. 
Von der Grundsteinlegung zu dem Druckereigebäude erzählt eine 
Pergamenturkunde vom 30. August 1861, daß der Stein gelegt wurde 
„von Joseph Bachem, Firma J. P. Bachem, Verlags-Buchhändler und 
Buchdrucker, und seiner Ehefrau Catharina Bachem geh. Degen, in 
Gegenwart ihrer Kinder Franz, Karl, August und Fridolin, des Vetters 
Robert Bachem, des Redacteurs der »Kölnischen Blätter« Fridolin 
Hoffmann und des ganzen Geschäftspersonals, gegenwärtig aus sechzig 
Personen bestehend.“ 
Die neuen Gebäude kamen in die Bahnhofstraße zu liegen. 
Das fünfgeschossige, helle und luftige Druckereihaus von etwa 
20 m Frontlänge und 9 m Tiefe konnte schon im nächsten Jahre 
(1862) bezogen werden. Das Eckhaus beherbergte im Erdgeschoß 
das Ladengeschäft und die Kontorräume der Verlagsbuchhandlung
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.