die Auflage auf 5000 vorgesehen. Die Bezieher einer ganzen Reihe
erhielten den letzten, 20. Band unentgeltlich.
Im ersten Bande waren Freiin von Brackei mit der präch
tigen Novelle „Nicht wie alle Andern“ und Elise Polko mit dem
tiefempfundenen Dommärchen „Mitgeholfen!“, einer rührenden
Kindergeschichte, vertreten. Damit war ein guter Anfang gemacht.
Der zweite Band brachte die Herbertsche Novelle „Miß Edda
Brown“, von der schon oben die Rede war, und Ernst Lingens
Novelle „An der friesischen Küste“.
In rascher Folge wurden nun die zwanzig ersten Bände hinter
einander herausgegeben, und der Erfolg war so befriedigend,
daß noch im Jahre des Erscheinens der letzten zwei Bände (1884)
als ähnliches Unternehmen „Bachems Roman-Sammlung“
zu erscheinen begann. Es war eine Reihe von 10 doppeltstarken ge
bundenen Bänden zu 2 Mark, die eine Anzahl guter Romane größeren
Umfangs von Lenzen, LeoTepevanHeemstede, Cuno Bach,
Emmy von Dincklage, Herrn. Hirschfeld u. a. brachten.
Im März 1886 konnte dann mit den Vorbereitungen für eine zweite
Reihe (Bd. 21—40) der Novellen-Sammlung begonnen werden. Die Grund
sätze : „Gediegenheit des Inhalts, sittliche Reinheit, fesselnde Gestaltung und
Schönheit der Form“ blieben die gleichen. Wiederum ergingen Aufforde
rungen an die Schriftsteller (u. a. Freifrau Lina von Berlepsch, Frau
Generalin A. v. Wege rer, Berlin, Gräfin Brockdorff geb. v. Ahle
feld, Darmstadt, Rechnungsrat L. Keiffenheim, Trier, Fräulein Vik
torine Bieser, Trier usw.) und wiederum mit gutem Erfolg. Auch die
zweite Reihe konnte im Verlauf von drei Jahren vollendet werden. Die
meisten Bände haben seitdem viele Neudrucke nötig gemacht.
Durch die Novellen-Sammlung wurde auch eine damals sehr beliebte
Schriftstellerin in den Verlag eingeführt, die allerdings früher schon zu
den Mitarbeiterinnen am Unterhaltungsteil der Kölnischen Volkszeitung
zählte: Elise Polko. Sie gehörte zu ihren protestantischen Mit
arbeiterinnen, war eine Schwester des Afrikareisenden Eduard Vogel,
am 13. Januar 1823 zu Wackerbartsruhe bei Dresden geboren, wo ihr
Vater Musikdirektor am Langschen Institut war, und schlug anfangs die
Laufbahn einer Bühnensängerin ein. Die KV hat von ihr seit 1878 viele
ihrer Erzählungen gebracht, von denen acht in die Novellen- und Roman-
Sammlung aufgenommen wurden.
Noch eine zweite, sehr beliebte Schriftstellerin, Lina Freifrau von
Berlepsch (1829—1899), kam durch die Novellen-Sammlung in den
Verlag. Nach dem Tode ihres Gatten (1877) übersiedelte sie nach München