Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Erzählungen in einem Bande; „Us unse Lotterbovejohre“ herausgab. 
Rasch hat sich dieser, 1862 in Köln geborene Schriftsteller zu einem 
bedeutenden Vertreter des mundartlichen Schrifttums entwickelt. 
In den folgenden Jahren wurde der schöngeistige Verlag im 
wesentlichen von den Erzeugnissen der obengenannten Schrift 
stellerinnen und Schriftsteller in Anspruch genommen. Von denen, 
die in diesem Zeitraum bis zum Tode Josef Bachems noch neu hin 
zukamen, steht an erster Stelle der frühere Hauptschriftleiter der 
Kölnischen Volkszeitung Dr. Hermann Cardauns, der sich lange 
Zeit unter dem Decknamen H. Kerner verbarg. Mit dem kultur 
geschichtlichen Roman „Die Abenteuer des Johannes 
Keusch“ aus dem 15. Jahrhundert trat er im Jahre 1888 zum 
erstenmal im Verlag auf. Von besonderem Reiz ist der Chroniken 
stil, dessen sich der Verfasser für die Erzählung des Mönches 
von St. Martin in Köln mit Glück bedient. Das Werk erschien 
1897 in Bachems neuen illustrierten Jugendschriften, wo auch 
zwei Jahre später die kulturgeschichtliche Erzählung aus der 
Zeit Kaiser Friedrich Barbarossas „Walter der Erzpoet“ 
eine Stelle fand, jene reizvolle handlungsreiche Ich-Erzählung 
des seltsamen Kölner Stiftsschülers Walter von Honnef, des 
Dichters des übermütigen Trinkliedes Mihi est propositum in 
taberna mori. 
Im Jahre 1889 begegnet zum erstenmale Mariam Tenger 
und A. Veldenz, jene mit dem bemerkenswerten Roman Die 
Frau aus dem Veilchenhause, diese mit der prächtigen 
Novelle Im Banne der Schlange. Unter dem Decknamen 
Tenger verbarg sich die sehr fleißige ungarische Schriftstellerin 
Marie Edle von Hrussolzy (1821—1898), die auf Anregung Adalbert 
Stifters zur Feder griff und ihr reiches Erleben in ihren Romanen 
verwertete. Auch der 1890 erschienene Roman „Magdalenens 
Erinnerungen“ von M. J. Parr (Maria Justina Rapp, 1832—1895) 
brachte es bald zu einem Neudruck. Beliebt waren die Romane 
der zwei amerikanischen Schriftstellerinnen Gerard „Die 
Mexikanerin“, „Plündere den Nächsten“, „Eine geheime Sendung“ 
(1894) und „Lady Baby“. Auch die westfälische Dichterin Antonie 
Jüngst war in Bachems Verlag durch einen Novellenband ver 
treten (1892), ebenso die emsländische Schriftstellerin Emmy 
Freiin v. Dincklage mit acht Novellen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.