Full text: Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

101 
Seitdem die Bakengebühren abgeschafft waren (1895), 
bildete das Lotsenwesen, die FluBpolizei und ein Anteil an 
den Kaigebühren die einzige Quelle für die Einkünfte des 
Staates aus der Schiffahrt, Diese beliefen sich 1913 für das 
Lotsenwesen und die Polizei auf 5 060 050 Fr., wâhrend die 
ordentlichen Ausgaben des Schiffahrtsministeriums im Budget 
auf 9 622 688 Fr. veranschlagt waren; wenn man nun auch mit 
den anderen Einnahmen dieses Ministeriums Rechnung trâgt, 
so lassen diese Zahlen doch genugsam erkennen, daB kein 
Aktivsaldo zur Tilgung und Verzinsung des Anlagekapitals 
übrig blieb. Was die Kaie anlangt, so betrugen die Einnahmen 
wâhrend der letzten zehn Jahre durchschnittlich jâhrlich 
903 890 Fr., was nur 0,9 % ihrer Anlagekosten darstellt. 
Bis 1914 hatte der belgische Staat etwa 350,1 Mill. Fr. für 
den Antwerpener Hafen ausgegeben, 20 ) 
Die Stadt hat ihrerseits 131 700 000 Fr, zu den Hafenbauten 
beigetragen 21 ) ; die Einnahmen überstiegen 1913 die Ausgaben 
um 6 870 000 Fr., wovon jedoch 3 Mill, Fr. in Abzug zu bringen 
sind 22 ), so daB nur ein Aktivsaldo von 3 870 000 Fr. oder 3% 
zur Verzinsung und nichts zur Tilgung verbleibt- Wir müssen 
noch hinzufügen, daB die Stadt, wenn sie irgend welchen 
ÜberschuB erzielen kann, dies dem Staate zu verdanken hat, 
der viele Unkosten ohne Vergütung auf sich nimmt. 
so ) Diese Summe verteilt sich annahernd folgendermaGen: 
1. Zollgebühren, an die Niederlande ausgekehrt Fr. 40,00 Mill, 
2, Verbesserung der Fahrbarkeit der Schelde . „ 49,15 
3, Van Dyckkaai, Jordaenskaai usw 13,00 
4, Kattendyk- u. Rynkaai; Kattendykschleuse . „ 1,10 
5, Bau der alten Scheldekaie (3500 m) . , . . „ 85,10 
6, „ „ neuen „ (2000 m] ... . „ 19,75 
7, Übereinkommen mit der Soc, Anon, du Sud 
d'Anvers „ 4,95 
8, Enteignungen 1900—1904 24,50 
9, Enteignungen für das Kanal-Bassin (Gesetz 
vom 30. 3. 1906) .. 83,66 
10, Enteignungen für die Flufikorrektion (Ges. 1912) „ 25,90 
Fr, 350,11 Mill, 
21 ) Von 1820—1912, 
22 ) Wie aus der Aufstellung der einzelnen Posten des Budgets hervor- 
geht, wurden diese 3 Mill. von dem auCerordentlichen Budget für aile 
Einrichtungen dort eingestellt; sie stellen demnach keine Vermehrung der 
Einnahmen dar, sondera es handelt sich um eine Eintragung, die behufs 
Abschlusses des Gemeindebudgets gemacht wurde.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.