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Hier läßt sich nur erörtern, wie man die Kosten verteilen kann
und wie sie in der Praxis verteilt werden. Jede Unternehmung
rechnet nach einer einfacheren oder komplizierteren Formel, die
nur für Normalfälle Berechtigung hat. Vielfach kann sie nur
zur schnellen, einfachen und schätzungsweisen Berechnung der Selbst
kosten dienen. Im Einzelfall ist stets zu prüfen, ob die Erzeugung des
betr. Fabrikates nicht Besonderheiten aufweist, die den Unternehmer
zwingen, die Formel zeitweilig zu ändern oder von ihrer Verwendung
ganz abzusehen. Selbst bei gleichförmig verlaufender Fabrikation
soll zeitweilig geprüft werden, ob die zur Zeit der Aufstellung der
Kalkulationsformel vorhanden gewesenen Betriebsverhältnisse noch
bestehen.
Ebenso muß fortlaufend eine Kontrolle der Unkosten-
zuschläge ausgeübt werden, ob diese tatsächlich die Unkosten
decken und ob die zu hohen Spesen durch den Betrieb oder den
Vertrieb verursacht sind. Wenn eine Werkstätte bei normaler Be
schäftigung an direkten Löhnen Mk. 10 000,— verbraucht, der Un
kostenaufschlag mit 53,3%. berechnet wurde, so darf dieser Betrieb
nur Mk. 5330,— an Kosten verbrauchen (Sollumsatz); an der Hand
der Unkostenstatistik der Abteilung läßt sich der Istumsatz leicht
kontrollieren. Sind die Ausgaben höher, andauernd größer, dann
ist der Lohnaufschlag falsch berechnet oder nicht mehr richtig.
Änderung der Arbeitsmethoden, Einführung von Arbeitsmaschinen
u. ä. bedingen häufig eine Neuberechnung des Aufschlages oder
eine Änderung der Verteilungsart.
Jede Unternehmung soll die festen Unkosten auf einen Monat
oder Arbeitstag, überdies in Prozentanteilen an den Produktiv
löhnen kennen; z. B.: die monatlichen festen Unkosten nach dem
vorjährigen Durchschnitt betragen 800 Mk. — 40% der Arbeits
löhne. Es müssen somit monatlich 20000 Mk. produktiver Löhne
verausgabt werden, um diese Unkosten zu decken, eine grobe Durch
schnittsrechnung bzw. Kontrolle, die naturgemäß auf die verschiedene
Zahl der Arbeitstage Rücksicht nehmen muß.
Eine andere Methode der Kontrolle ergibt sich aus der Um
rechnung der Kostenteile auf Grund einer Stückkalkulation auf den
Gesamtauftrag, z. B.: Gesamtauftrag 400 000 Stück zu 32 Mk. je
100 Stück,
Stöckkalkulation:
Werkstoff 20,05
Fabrikationslöhne 1,75
Unkosten 175°/o 3,06
Fracht —,08
Selbstkosten das Stück 24,94
Gewinn 28 '/3 0 /° 7,06
Lieferpreis 32,—
Gesamtk osten:
80,200 Mk.
7,000 „
12.240 „
320 ,
insgesamt 99,760 Mk.
28.240 „
Erlös 128,000 Mk.