Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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begnügt  sîch  gewôhnliqh  mit  der  Lieferung  „f.  o,  b."  (îree  on
board)  und  übertrâgt  einem  Spediteur  des  Platzes  die  Einschiffung,
  Der  Verkauf  „c.  i,  f.“  (cost,  Insurance,  freight,  d,  i,
fret  bis  zur  überseeischen  Bestimmungj  bildet  eine  Ausnahme, 53 )
Antwerpens  Beteiligung  an  dem  Ausfuhrgeschâft  beschrânkt
  sich  also  in  der  Regel  auf  die  Handhabung  der  Güter.
Zahlreiche  und  bedeutende  Unternehmungen,  die  sich  diese

M )  Wir  entnehmen  der  Studie  von  De  Leener  (Ce  qui  manque  etc.)
folgende  schlagende  Beweise  für  die  Abhângigkeit  der  beigischen  Ausluhr
vom  Auslande:
„Aus  einigen  Tatsachen  lâiît  sich  das  untergeordnete  Verhâltnis,  in
welchem  die  belgische  Industrie  zum  englischen,  deutschen  und  franzôsischen
  Handel  steht,  unschwer  erweisen:
a)  Belgischer  Zement  kommt  durch  die  Vermittlung  Hamburger  und
Pariser  Kommissionare  in  Buenos  Aires  an;  grofie  engiische  Firmen,  die
Zweigniederlassungen  oder  Einkauîskontore  in  London  haben,  ftihren
beigischen  Zement  ein,  (Recueil  consulaire  1904,  Bd.  126,  S.  196.)
b)  Es  steht  zu  befürchten,  daB  unser  Zucker  vor  und  nach  vom  Markt
in  Marokko  verdrangt  wird,  wenn  nicht  Mafiregeln  zu  seinen  Gunsten  getroffen
  werden.  Die  Einfuhr  unseres  Zuckers  geschieht  in  der  Regel  nur
durch  die  Vermittlung  Hamburger  Kauîleute;  direkt  in  Belgien  gemachte
Bestellungen  sind  selten.  (Ibid.  1905,  Bd.  131,  S.  1291.
c)  Die  nach  Japan  ausgeführten  beigischen  Erzeugnisse  machen  den
Umweg  über  London  und  Hamburg,  wâhrend  der  direkte  Versand  bei
weitem  vorzuziehen  wâre,  (Ibid,,  Bd,  122,  S.  449.)
d)  Der  belgische  Generalkonsul  in  Moskau  schreibt:  „Unsere  Landsleute
  sollten  sich  für  die  Aufrichtung  von  Kommissionshâusern  ins  Zeug
legen,  welche  die  Ausführung  von  Bestellungen  auf  unsere  industriellen
Erzeugnisse  für  Rechnung  in  europâischen  oder  überseeischen  Landern  ansâssiger
  Kauîleute  zu  übernehmen  imstande  waren,  Es  kommt  oft  vor,
daB  Fremde,  da  sie  in  Belgien  keine  Firmen  zur  Übernahme  ihrer  Bestellungen
  finden,  oder  da  sic  nicht  unterrichtet  sind,  daB  die  von  ihnen
gewünschten  Waren  in  Belgien  erzeugt  werden,  sich  an  Kommissionsgeschâfte
  in  Hamburg,  London  oder  Paris  wenden,  um  ihnen  ihre  Bestellungen ­
  zu  übertragen,  (Congrès  international  d'expansion  économique
mondial,  Mons  1905.)
e)  Die  Ausfuhr  der  natürlichen  Zemente  von  Doornik  (Tournai)  geschieht ­
  durch  Vermittlung  von  auslandischen  Kommissionsfirmen  .  .  .  Die
Mârkte  des  fernen  Ostens  verteilen  ihre  Bestellungen  von  Spiegelglas
gleichmâBig  auf  Kommissionare  von  London  und  von  Hamburg  .  .  .  Die
Ausführung  von  Streichhôlzern  hângt  vornehmlich  von  englischen  Kaufleuten
  ab.  Über  diesen  Punkt  wurde  uns  Folgendes  berichtet;  Ein
belgischer  Konsul  hatte  dem  Ministerium  für  Industrie  und  Arbeit  ein
Muster  von  Streichholzdosen,  die  in  seinem  Bezirk  von  englischen  Kaufleutcn
  eingeführt  waren,  mit  der  Anfrage  übersandt,  zu  welchen  Bedingungen
  die  einheimischen  Fabrikanten  Waren  derselben  Güte  liefern
kônaten.  Die  Verwaltùng  lieB  Muster  und  Anfrage  an  einen  Kaufmann  von
Geeraardsbergen  weitergehen;  dieser  erkannte  sofort  in  dem  Muster,  das
ihm  aïs  Modell  dienen  sollte,  sein  eigenes  Fabrikat.”
            
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