Full text: Ferdinand Lassalle

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Hauptes unsrer Wissenschaft, August Böckhs, anführe: 
„Der Begriff des Staates sei nach ihm notwendig dahin 
zu erweitern, daß der Staat die Einrichtung sei, in welcher 
die ganze Tugend der Menschheit sich verwirklichen solle." 
Vor allem aber sei die entwickelte Staatsidee die Idee 
des Arbeiterstandes zu nennen. Denn wenn auch jeder 
andre durch Einsicht und Bildung sich zu dieser Erkennt 
nis erheben könne, so liege sie dem Arbeiterstande durch 
die hilflose Lage, in welcher sich seine Mitglieder als 
einzelne befinden, schon instinktmäßig, schon materiell 
und ökonomisch nahe. 
Diese ökonomische Lage erzeuge notwendig in diesem 
Stande den tiefen Instinkt, daß es die Bestimmung deö 
Staates sei und sein müsse, dem einzelnen durch die Ver 
einigung aller zu einer solchen Entwicklung zu verhelfen, 
zu der er als einzelner nicht befähigt wäre. 
In der Tat aber stelle diese sittliche Staatsidee nicht 
eine solche dar, die nicht auch bisher schon die treibende 
Idee des Staates gewesen. Sondern im Gegenteil, 
dies sei, wie schon aus dem vorigen folge, seit je die nur 
unbewußte Natur des Staats gewesen, die sich durch 
den vernünftigen Zwang der Dinge auch ohne den 
Willen des Staates, auch gegen den Willen seiner 
Leiter mehr oder weniger immer ausgeführt habe. 
Indem die Idee des Arbeiterstandes als die herrschende 
Idee des Staates ausgestellt werde, werde also nur, was 
auch bisher schon seit je die dunkle organische Natur des 
Staates gewesen, zur Erkenntnis gebracht und zum 
bewußten Zwecke der Gesellschaft herausgerungen. 
Dies ist die große Kontinuität und Einheit aller 
menschlichen Entwicklung, daß nichts Neues in sie hinein-
	        
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