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Wo waren die Intelligenz Berlins, die Männer der
Wissenschaft und des Gedankens, wo waren Sie alle,
meine Herren?
Eine ganze Stadt ist nicht feige.
Aber Sie sagten sich: das Volk versteht unsere Ge
danken, versteht selbst unsere Sprache nicht. Ein Ab
grund besteht zwischen unserem wissenschaftlichen Denken
und der Bildung der Menge, zwischen der Sprache des
wissenschaftlichen Gedankens und den Vorstellungen deö
Volks. Es würde uns nicht begreifen. Darum gehört
dem Rohesten die Tribüne!
Das sagten Sie sich, und schwiegen! — Nun, meine
Herren, sind Sie so sicher, daß nie wieder eine politische
Erschütterung zurückkehren wird? Wollen Sie schwören,
daß Sie am Ende der geschichtlichen Bewegungen stehen?
Wollen Sie dann wieder Ihr Leben und Eigentum
in der Hand eines Karbe und Lindenmüller wissen?
Wenn nicht, so danken Sie den Männern, die sich
der Arbeit gewidmet haben, jenen Abgrund auszufüllen,
welcher wissenschaftliches Denken und wissenschaftliche
Sprache von dem Volke trennt, und so die Barriere ein
zureißen, welche Bourgeoisie und Volk auseinanderhält.
Danken Sie jenen Männern, welche auf Kosten ihrer
eigenen geistigen Anstrengungen eine Arbeit über
nommen haben, deren Resultate dann Ihnen allen und
jedem einzelnen von Ihnen zugute kommen!
Speisen Sie diese Männer auf dem Prytaneion —
und stellen Sie sie nicht unter Anklage!
Aber es ist mir nicht gestattet, mir meine Verteidigung
so leicht zu machen. Die Anklage, die Besitzlosen zum Hasse
gegen die Besitzenden haben aufreizen wollen, ist eine